Produktion,Auftragseingang,Stimmungumschwung

Waren höhere Produktion und stärkere Auftragseingänge Ursachen des Stimmungsumschwungs? - Bild: Schnaithmann

Die Volkswirte erwarten, dass die Produktion spürbar gefallen ist und halten mit Blick auf den Auftragseingang allenfalls einen kleinen Zuwachs für möglich.

Neben diesen beiden konjunkturellen Highlights gibt es diese Woche aus Deutschland noch den Sentix-Konjunkturindex für November und die Handelsbilanz für September. Außerdem werden am Mittwoch die Ergebnisse der US-Wahl veröffentlicht, die Eurogruppe tagt, und zwei EZB-Direktoren halten Reden.

Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands dürfte im September um rund ein halbes Prozent gesunken sein. Dafür spricht nicht allein die Tatsache, dass sie im August um 2,5 Prozent gestiegen ist, so stark wie zuletzt vor sechs Jahren. Auch die bereits bekannten Zahlen aus dem Automobilsektor deuten in diese Richtung.

Derzeit steht für das dritte Quartal ein Produktionsplus von 0,1 Prozent zu Buche. Rückgänge von unter 1,6 Prozent im September würden für das volle dritte Quartal einen Produktionszuwachs bedeuten. Das Statistische Bundesamt wird die Produktionsdaten am Dienstag um 8.00 Uhr veröffentlichen.

Wichtiger für die konjunkturellen Perspektiven sind jedoch die Auftragseingänge. Und die, so sehen es jedenfalls die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen, dürften erneut gestiegen sein, wenn auch nur marginal. Erstaunlich genug wäre es.

Zwar legten die Orders in der Industrie laut Einkaufsmanagerumfrage kräftig zu, doch verlief die Entwicklung im weitaus größeren Dienstleistungssektor schwächer. Für einen Rückgang spricht zudem die Schwankungsanfälligkeit dieses Index: Die Auftragseingänge sind bereits im Juli und im August gestiegen, drei Anstiege hintereinander hat es zuletzt 2010, nach der Großen Rezession gegeben. Veröffentlicht werden die Daten am Montag um 8.00 Uhr.

Welche Wachstumserwartungen institutionelle Investoren in Bezug auf Deutschland hegen, wird ebenfalls am Montag (10.30 Uhr) klar, wenn das Beratungsunternehmen Sentix seinen Konjunkturindex für Deutschland und die Eurozone veröffentlicht. Am Dienstag (8.00 Uhr) kommen zudem die deutschen Außenhandelszahlen für September. Danach dürfte etwas klarer werden, wie sehr der Außenhandel das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal belastet hat.

Der Mittwoch dürfte ganz im Zeichen der US-Wahlen stehen. Die US-Amerikaner wählen nicht nur einen neuen Präsidenten - oder erstmals eine Präsidentin -, sondern auch das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu. Klarheit über diese Personalie könnte es bereits geben, wenn sich die Europäer am Mittwochmorgen an den Frühstückstisch setzen.

Der Grund: Die US-Staaten, in denen sich das Blatt voraussichtlich zugunsten Clintons oder Trumps wenden dürfte, liegen im Osten der USA. Dort schließen die Wahllokale zwischen Mitternacht und 3.00 Uhr MEZ, worauf US-Fernsehstationen schnell die Ergebnisse ihrer Nachwahlbefragungen veröffentlichen werden. Derzeit sieht es nach einem knappen Sieg für Clinton aus.

Der Mittwoch und der Donnerstag könnten neue Einblicke in die geldpolitischen Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) bringen. Am Mittwoch (9.00 Uhr) spricht EZB-Chefvolkswirt Peter Praet bei der Jahreskonferenz des European Capital Markets Institute (ECMI) in Brüssel und am Donnerstag (15.50 Uhr) EZB-Vizepräsident Vitor Constancio bei der Jahreskonferenz der Swedish Banker's Association in Stockholm.

Beide gehören zu den geldpolitischen Tauben, die zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik neigen. Dagegen hat EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann vor einer zusätzlichen Lockerung gewarnt und zu einer abwartenden Haltung geraten. Am Donnerstag (19.10 Uhr), bei einer Veranstaltung zum 100. Jahrestag des Verbands Öffentlicher Banken (VÖB), hat er dazu erneut Gelegenheit.

Industrieproduktion (Dienstag 10.30 Uhr) und Handelsbilanz (Mittwoch 10.30 Uhr) werden Beobachtern aktuelle Einschätzungen dazu ermöglichen, inwieweit sich der geplante EU-Austritt Großbritanniens auf die Realwirtschaft auswirkt. Zudem tagen am Montagabend die Eurozone-Finanzminister, und die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) veröffentlicht ihre aktuelle Bonitätsnote für Italien.