Produktion Deutschland

Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands dürfte im Mai nach einem Anstieg im April stagniert haben. - Bild: VDMA

Im April war die Produktion um 0,8 Prozent gestiegen. Das Statistische Bundesamt wird die Mai-Daten am Donnerstag um 8.00 Uhr veröffentlichen.

Einen Tag vorher kommen Daten zum Auftragseingang der Industrie, während der am Montag anstehende Sentix-Konjunkturindex die bereits vom britischen EU-Referendum eingetrübten Wachstumserwartungen institutioneller Investoren spiegeln dürfte. Am Ende der Woche wartet der US-Arbeitsmarktbericht für Juni.

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2016 um 0,7 Prozent gewachsen, was vor allem an der milden Witterung während der Wintermonate lag. Vor allem deshalb rechnen Ökonomen damit, dass sich das Wachstum im gerade beendeten zweiten Quartal deutlich abgeschwächt, wenn nicht gar halbiert hat. Die Produktion ist allerdings nur eine Facette des deutschen Wachstumsmixes.

Im April hatte sie um knapp 0,2 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals gelegen, so dass es unter der Annahme einer Stagnation im Mai einen Anstieg im Juni brauchte, um produktionsseitig auf einen grünen Zweig zu kommen. Im ersten Quartal, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gestiegen war, hatte die Produktion um 1,8 Prozent zugelegt.

Für den Auftragseingang erwarten Analysten nach dem deutlichen Rückgang im April einen Anstieg um knapp 1 Prozent. Die Daten werden am Mittwoch um 8.00 Uhr veröffentlicht.

Vervollständigt wird der Kranz deutscher Daten von dem bereits am Montag (10.30 Uhr) anstehenden Sentix-Konjunkturindex. Es ist der erste Stimmungsindikator, der unter dem Eindruck des britischen EU-Votums erhoben wurde. Er dürfte daher einen Eindruck von der Stimmungslage institutioneller Investoren mit einem kleinen Abstand vom Brexit-Votum vermitteln.

Wichtigster Konjunkturindikator mit Ausstrahlung auf die Geldpolitik ist der US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Volkswirte erwarten, dass sich der Stellenzuwachs nach dem enttäuschenden Vormonatswert (plus 38.000) auf rund 180.000 verstärkt hat. Das wäre etwas mehr als der durchschnittliche Anstieg des vergangenen halben Jahres.

Die US-Notenbank beobachtet die Arbeitsmarktentwicklung genau, da sie eine wichtige Bestimmungsgröße des Preisdrucks ist. Sie hat zuletzt für das laufende Jahr zwei Leitzinserhöhungen prognostiziert, was die Finanzmärkte allerdings nicht beeindruckt. Sie haben Zinserhöhungen für 2016 vollständig ausgepreist - auch wegen der Arbeitsmarktschwäche im Mai.