WIESBADEN (Dow Jones/ks)–Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen Juli und September 2010 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,7% zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Damit verlangsamte sich das Wachstum etwas stärker als erwartet: Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten ein BIP-Plus von 0,8% erwartet.

Zudem revidierte die Statistikbehörde das Ergebnis für das erste und zweite Quartal nach oben, und zwar auf plus 0,6% bzw. plus 2,3%. Zuvor war ein Zuwachs um 0,5% bzw. 2,2% gegenüber dem Vorquartal berichtet worden. “Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich somit weiter fortgesetzt, wenn auch – wie nach dem Rekordergebnis im zweiten Quartal erwartet – mit etwas abgeschwächtem Tempo”, erklärte Destatis.

Auch binnen Jahresfrist erhöhte sich die deutsche Wirtschaftsleistung: Das preisbereinigte BIP stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9%. Kalenderbereinigt belief sich der Zuwachs im Jahresvergleich ebenfalls auf 3,9%. Ökonomen hatten einen Anstieg um 3,7% prognostiziert. Im zweiten Quartal hatte der Anstieg auf Jahressicht kalenderbereinigt revidiert 3,9% (bisher: plus 3,7%) betragen.

Positive Impulse kamen Destatis zufolge im Vorquartalsvergleich sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Dabei trugen die privaten und staatlichen Konsumausgaben, die Ausrüstungsinvestitionen sowie der Außenbeitrag gleichermaßen zum Anstieg des BIP bei.

Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2010 wurde von 40,7 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 307.000 Personen oder 0,8% mehr als ein Jahr zuvor.

Ausführlichere Ergebnisse zur Entwicklung des BIP im dritten Quartal gibt das Statistische Bundesamt am 23. November bekannt.