Deutsche Wirtschaft zeigt stärkstes Wachstum seit sieben Monaten. - Bild: Frank Peters/Fotolia

Deutsche Wirtschaft zeigt stärkstes Wachstum seit sieben Monaten. - Bild: Frank Peters/Fotolia

Die deutsche Wirtschaft hat im Februar das stärkste Wachstum seit sieben Monaten erreicht. Der Sammelindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – stieg auf 54,3 Zähler von 53,5 im Vormonat.

Das teilte der Datendienstleister Markit Economics im Rahmen der ersten Veröffentlichung mit.

Das zweite Auftragsplus in Folge, ein gutes gesamtwirtschaftliches Umfeld und ein schwacher Euro signalisierten “rosige Aussichten für die deutsche Wirtschaft”, erklärte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. “Nach dem 0,7-prozentigen Wachstum zum Jahresende 2014 deutet alles darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft ihren Höhenflug 2015 fortsetzten dürfte.”

Allerdings muss man sagen, dass gerade die Markit-Einkaufsmanagerindizes diesen Höhenflug nicht besonders gut angezeigt haben. So stieg der Produktionsindex der Gesamtwirtschaft im ersten Quartal 2014 um 1,7 Prozent und lag im Durchschnitt bei 55,4 Punkten. Die deutsche Wirtschaft wuchs in dieser Zeit um 0,7 Prozent. Das gleiche Wachstum zeigte sie aber auch im vierten Quartal, und da lag der Index nach einem Rückgang um 3,6 Prozent nur noch bei 52,5 Punkten.

Kein Wunder, dass sich Analysten bei der Beurteilung von Konjunkturlage und -aussichten eher auf das ifo-Geschäftsklima verlassen, das den jüngsten Zyklus sowohl mit seinem Niveau als auch in seiner Tendenz besser nachgezeichnet hat. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg sieht in den bisher veröffentlichten Frühindikatoren – Einkaufsmanagerindizes, ZEW-Konjunkturerwartungen und sentix-Index – eine positive Indikation für den ifo-Geschäftsklimaindex, der am Montag zur Veröffentlichung ansteht.

Laut Markit wurde der Stimmungsaufschwung im Februar vor allem von der Dienstleistungsbranche getragen. Der Index für diesen Sektor kletterte deutlich auf 55,5 Punkte von 54,0 im Vormonat. Ökonomen hatten nur einen kleinen Anstieg auf 54,2 erwartet. Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung von rund 1.000 Einkaufsleitern und Geschäftsführern aus Industrie und Dienstleistung in Deutschland.

Dagegen stagnierte der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes im Februar bei 50,9 Zählern. Das Konjunkturbarometer hielt sich damit aber über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum anzeigt. Volkswirte hatten im Mittel einen Indexanstieg auf 51,5 prognostiziert.

Die deutsche Wirtschaft wird stark vom Dienstleistungssektor geprägt, so dass der hohe Wert des Dienstleistungsindex auf eine gute Konjunktur in der Gesamtwirtschaft hindeutet. Allerdings entfallen in Deutschland immer noch rund 20 Prozent der Wirtschaftsleistung auf die Industrie, was für ein hoch entwickeltes Land sehr viel ist. Änderungen in der Industriekonjunktur wirken sich früher oder später jedoch auf den Dienstleistungssektor aus, so dass dem Industrieindex gewisse Vorlaufeigenschaften zugeschrieben werden.

Die Februar-Umfrage zeigt, dass die Aktivität im Dienstleistungssektor in der Nähe ihres im Januar erreichten 45-Monatshochs geblieben ist. Die Unternehmen dieses Sektors stellten trotz Mindestlohns viele neue Mitarbeite ein und rechnen für die nächsten Monate mit guter Konjunktur und Auftragseingängen.

Dagegen stellten die Unternehmen des verarbeitenden Sektors kaum neue Mitarbeiter ein, und die Produktion wuchs etwas langsamer als im Januar. Allerdings nahmen die Auftragseingänge wieder stärker zu.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke