BERLIN (Dow Jones). Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Donnerstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, erhöhten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat um 5,2%. Das war der stärkste Anstieg seit Januar 2010 (plus 5,4%). Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten lediglich ein Plus von 1,0% prognostiziert, nachdem sich die Neuaufträge im Oktober um 1,6% erhöht hatten.

Das Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats überstiegen die Orders den Angaben zufolge im November unbereinigt um 21,7% und arbeitstäglich bereinigt um 20,6%. “Damit zeichnet sich ein positives Ergebnis für das Jahresschlussquartal 2010 ab”, kommentieren die BMWi-Experten die aktuellen Zahlen. Die Industrie starte mit guter Auftragslage ins neue Jahr.

Das deutliche Plus bei den Auftragseingängen im November resultiert nach BMWi-Angaben vor allem aus einem für einen November überdurchschnittlichen Anteil an Großaufträgen. Doch auch bereinigt um die Großaufträge hätten die Aufträge im November spürbar zugelegt, teilte das Ministerium mit. Impulse hätten besonders die Hersteller von Investitionsgütern erhalten, wobei die Bestellungen vor allem aus Ländern außerhalb der Eurozone gekommen seien.

Insgesamt erhöhten sich die Auftragseingänge aus dem Ausland um 8,2%. Dabei war für die Länder außerhalb der Eurozone ein Plus von 14,8% zu verzeichnen, wohingegen die Bestellungen aus Ländern der Eurozone um 1,4% zurückgingen. Die Nachfrage aus dem Inland stieg im November um 1,5%.

Während die Hersteller von Investitionsgütern ein Auftragsplus von 9,1% und die von Vorleistungsgütern von 1,0% meldeten, verbuchten die Produzenten von Konsumgütern 1,6% weniger Aufträge als im Vormonat.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September erhöhte sich das Ordervolumen für die Industrie saisonbereinigt um 2,1%. Die Bestellungen aus dem Inland nahmen um 2,8% und die aus dem Ausland um 1,7% zu. Die Bestellungen für Vorleistungsgüter stiegen im Zweimonatsvergleich um 0,5%, die für Investitionsgüter um 3,3% und die für Konsumgüter um 2,1% an.

Ihren Vorjahresstand überschritten die Industrieaufträge im Oktober/November kalenderbereinigt um 19,3%. Die Auftragseingänge aus dem Inland lagen um 14,2% und die aus dem Ausland um 23,9% über ihrem Vorjahresniveau. Die Vorleistungsgüterproduzenten überschritten in dieser Betrachtung ihr Vorjahresniveau kalenderbereinigt um 12,8%, die Hersteller von Investitionsgütern um 26,9% und die Produzenten von Konsumgütern um 3,3%.