Bild: Mirko Meier - Fotolia.com

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BERLIN (Dow Jones)–Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Dienstag auf der Basis vorläufiger Daten mitteilte, gingen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,2% gegenüber dem Vormonat zurück. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 0,4% erwartet.

Im Juni war der Auftragseingang überraschend stark gestiegen. Das Ergebnis fiel mit einem aufwärts revidierten Wert von plus 3,6% noch besser aus als zunächst mit einem Zuwachs von 3,2% berichtet. Die Entwicklung im Juni wurde vor allem durch umfangreiche Großaufträge im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus, der vor allem Schiffe, Flug- und Schienenfahrzeuge umfasst, gestützt.

“Im aktuellen Monat Juli wurde das Gesamtergebnis durch deutlich unterdurchschnittliche Großaufträge gedämpft”, schreiben die BMWi-Experten. Sie sehen in den Juli-Daten daher auch keinen Anlass zur Beunruhigung. Die derzeit kräftigen Nachfrageschwankungen seien vor allem auf die Entwicklung der Großaufträge im Bereich der Investitionsgütersektoren zurückzuführen.

“In der Tendenz ist die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen dagegen weiter aufwärts gerichtet”, heißt es aus dem BMWi. Allerdings wird eingeräumt, dass sich das Wachstum der Bestellungen nach der “außergewöhnlich starken Bestelldynamik im Frühjahr dieses Jahres” weiter abgeschwächt hat.

Im Juli kamen vor allem weniger Aufträge aus dem Ausland, der Ordereingang verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 3,7%. Die Inlandsbestellungen gingen lediglich um 0,3% zurück. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen verbuchten die Hersteller von Investitionsgütern mit einem Minus von 5,5% die umfangreichsten Rückgänge. Die Auftragseingänge bei den Vorleistungsgüterproduzenten erhöhten sich um 2,5%. Die Hersteller von Konsumgütern mussten ein Auftragsminus von 1,0% hinnehmen.

Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai erhöhte sich das Auftragsvolumen in der Industrie saisonbereinigt um 2,4%. Maßgeblich dafür war der Anstieg der Auslandsbestellungen um 4,7%, während die Auftragseingänge aus dem Inland um 0,3% zurückgingen. Die Hersteller von Investitionsgütern konnten mit einem Orderanstieg um 4,2% das deutlichste Auftragsplus verbuchen. Bei den Vorleistungsgüterproduzenten veränderte sich die Bestelltätigkeit mit plus 0,1% kaum. Das Ordervolumen der Konsumgüterproduzenten stieg um 1,7%.

Ihren Vorjahresstand überschritten die Industrieaufträge im Juni/Juli kalenderbereinigt um 21,2%. Die Auftragseingänge aus dem Inland lagen um 14,6%, die Auslandsbestellungen um 27,0% über dem Vorjahresniveau. Bei den Produzenten von Investitionsgütern gingen um 23,6% mehr Bestellungen ein. Bei den Vorleistungsgüterherstellern lag das Plus bei 20,5% und bei den Herstellern von Konsumgütern bei 7,9% im Vergleich zum Vorjahresniveau im Juni/Juli.