Industrie, Sonnenuntergang

Der Auftragseingang in der Industrie ging zurück, Volkswirte sagten allerdings einen leichten Anstieg voraus. - Bild: Pixabay

Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Juli schwächer als erwartet gewesen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank er gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert. Der für Juni zunächst gemeldete Anstieg von 1,0 Prozent wurde auf 0,9 Prozent revidiert.

Das Niveau des Vorjahresmonats überstiegen die Auftragseingänge im Juli arbeitstäglich bereinigt um 5,0 (Juni: 5,1) Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent.

Die Inlandsbestellungen sanken um 1,6 (plus 4,8) Prozent, während die Auslandsbestellungen stagnierten (minus 1,9 Prozent), wobei aus dem Euroraum 1,0 (minus 2,7) Prozent weniger Aufträge kamen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern sank um 0,7 (minus 0,2) Prozent, die Auftragseingänge für Vorleistungsgüter sanken um 0,4 (minus 0,2) Prozent, die für Konsumgüter um 3,0 (plus 1,7) Prozent.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bewertete die Zahlen so: "Die Bestelltätigkeit befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. In den letzten drei Monaten haben die deutschen Unternehmen fast so viele Aufträge eingesammelt wie zuletzt vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008." Die Umsätze in der Industrie und die Stimmungsindikatoren bestätigten dieses positive Bild. Den Indikatoren zufolge halte daher der solide Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe an.

US-Industrie erhält deutlich weniger Aufträge

Der Auftragseingang der US-Industrie ist im Juli um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 3,2 Prozent gerechnet.

Wie das US-Handelsministerium weiter mitteilte, ergab sich für den Vormonat ein Anstieg von revidiert 3,2 Prozent, nachdem vorläufig ein Plus von 3,0 Prozent gemeldet worden war.

Das Ministerium bestätigte den Rückgang um 6,8 Prozent beim Ordereingang von langlebigen Wirtschaftsgütern für Juli.

Der Auftragseingang ohne Berücksichtigung des Rüstungssektors reduzierte sich um 3,7 Prozent. Die Orders ex Transport stiegen um 0,5 Prozent.