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Die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich laut dem PwC-Maschinenbau-Barometer zum Herbst deutlich verbessert. - Bild: MAN Diesel und Turbo SE

Auch die Aussichten für die nächsten zwölf Monate hält mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) für positiv. Der zuletzt düstere Ausblick auf die für die Branche wichtige Weltwirtschaft hellt sich ebenfalls leicht auf: Nachdem im Sommer nur jede dritte Führungskraft von einer positiven Entwicklung ausging, erwarten nun 40 Prozent globales Wachstum. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für das 3. Quartal 2016 hervor.

Umsatzerwartungen auf Rekordhoch

Die positive Sicht auf die Konjunktur spiegelt sich auch in den Umsatzerwartungen der Unternehmen wider. Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Befragten im Durchschnitt mit einem Umsatzwachstum von 5,4 Prozent – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die von einem Umsatzrückgang ausgehen auf ein Allzeittief von 8 Prozent.

Diese gute Stimmung macht sich auch bei der Personalplanung bemerkbar: Fast jeder dritte Maschinenbauer gibt an, in den nächsten zwölf Monaten Neueinstellungen vornehmen zu wollen. „Viele Maschinenbauer suchen händeringend nach geeigneten Mitarbeitern“, erläutert Dr. Frank Schmidt, Partner und Leiter des Bereichs Industrielle Produktion bei PwC. „Trotz der voranschreitenden Digitalisierung bleibt gutes Personal für die Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg.“

Weniger Zuversicht ins Auslandsgeschäft

Die Sorge um die Entwicklung des Auslandsgeschäfts sitzt im deutschen Maschinenbau weiterhin tief. Zwar gibt fast jeder zweite Befragte an, seinen Auslandsumsatz in den letzten drei Monaten gesteigert zu haben. Gleichzeitig erwarten die Unternehmen in Zukunft aber immer weniger Umsatz aus dem Ausland: Lagen ihre Erwartungen zu Beginn des Jahres noch bei deutlich über der Hälfte, gehen sie nun nur noch von einem Auslandsanteil von 46 Prozent aus.

„Für eine exportorientierte Branche wie den deutschen Maschinenbau ist dieser bange Blick ins Ausland ein besorgniserregendes Signal“, so PwC-Experte Frank Schmidt. „Denn um ihre gute Position halten zu können, müssen die Unternehmen ihre Technologieführerschaft natürlich auch und vor allem auf dem Weltmarkt verteidigen.“

Digitalisierung äuft auf Hochtouren

Über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) will in den nächsten zwölf Monaten die Ausgaben für Marketing und Vertrieb erhöhen. Die digitale Vertriebssteuerung und Kundenanalyse ist dabei eines der zentralen Themen. Mehr als jedes vierte Unternehmen plant oder implementiert bereits Maßnahmen in diesem Bereich.

Die größten Probleme bereiten den Unternehmen vor allem organisatorische und technische Hürden, etwa im Bereich der Datenanalyse. „Viele Befragte wissen immer noch nicht, welche Daten überhaupt von Nutzen sein können“, analysiert Prof. Dr. Jan Wieseke vom Sales & Marketing Department an der Ruhr-Universität Bochum. „Damit verbunden ist natürlich die Sorge vor Fehlinterpretationen, besonders häufig in großen Unternehmen.“ Zu hohe Kosten des digitalen Vertriebs beschäftigen hingegen weniger als jedes zehne Unternehmen.

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