Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), hier der Hauptgeschäftsführer Dr.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), hier der Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben, hat seine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr bekräftigt. - Bild: DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr bekräftigt. Die Kammerorganisation rechnet unverändert mit einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,3 Prozent. Im Oktober 2015 hatte der DIHK für 2016 ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent vorhergesagt.

Die Bundesregierung hat erst Ende Januar ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr anders als der DIHK leicht gesenkt. Sie rechnet aber nun immer noch mit einem deutlich höheren Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und befindet sich damit auf einem Niveau mit den jüngsten Vorhersagen vieler Ökonomen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat 1,7 Prozent prognostiziert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie erwartet mit 1,9 Prozent sogar noch mehr Wachstum.

Es gibt allerdings auch andere, klar pessimistischere Prognosen. So erwartet die Commerzbank nur 1,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr - ebenso wie der DIHK. Dessen Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte, es gebe "eine solide Entwicklung, wenn auch nicht mehr so dynamisch wie im vergangenen Jahr". Er hatte sich bereits nach der neuen Regierungsprognose von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) skeptisch gezeigt und betont, für ein Wachstum von 1,7 Prozent "müsste 2016 schon einiges glatt laufen". Auf sinkende Ölpreise als Konjunkturstütze zu setzen, sei "auf Dauer zu wenig", hatte er betont.

Der Prognose des DIHK liegt eine Umfrage der Kammerorganisation zugrunde, für die sie von Anfang Dezember 2015 bis Mitte Januar 2016 mehr als 27.000 Antworten aus den Mitgliedsbetrieben auswertete. "Die Stimmung der Unternehmen dreht wieder nach oben," konstatierte der DIHK in seiner Analyse der Umfrageergebnisse. "Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage Anfang 2016 so gut wie noch nie", sagte Wansleben am Mittwoch in Berlin.

Die Ökonomen des DIHK rechnen angesichts der Umfrageergebnisse damit, dass die privaten Konsumausgaben dieses Jahr um 1,6 Prozent zunehmen. Die Bruttoanlageinvestitionen sollen 2016 um 1,7 Prozent steigen. Für die Exporte sagt die Kammerorganisation eine Zunahme um 3,0 Prozent und für die Importe eine Steigerung von 4,2 Prozent voraus. Die Inflationsrate soll sich dieses Jahr auf 0,7 Prozent belaufen.

Die deutsche Wirtschaft bewertet nach einer Umfrage des DIHK ihre derzeitige Geschäftslage so positiv wie nie zuvor und ist für die Zukunft wieder zuversichtlicher geworden. "Die Stimmung der Unternehmen dreht wieder nach oben," schrieb die Kammerorganisation. Die deutsche Konjunktur sei "erfreulich stabil".

Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage "insgesamt so gut wie noch nie", erklärte der DIHK. Vor allem in den binnenorientierten Wirtschaftszweigen Handel und Dienstleistungen seien die Unternehmen mit ihrer Situation sehr zufrieden, und die saisonal übliche Eintrübung beim Bau falle milde aus.

Als gut schätzten ihre Lage 46 Prozent ein und als schlecht 8 Prozent. Der daraus resultierende Saldo der Anteile guter und schlechter Lagebeurteilungen hat sich gegenüber dem Herbst auf 38 von 35 Punkten verbessert. Insgesamt böten der niedrige Ölpreis, der schwache Euro-Wechselkurs und die günstige Finanzierungssituation den meisten Unternehmen derzeit ungewöhnlich gute Rahmenbedingungen, erklärte der DIHK und sah darin eine "einmalige Konstellation".

Bei den Geschäftserwartungen ist laut der Umfrage, für die die Kammerorganisation von Anfang Dezember 2015 bis Mitte Januar 2016 mehr als 27.000 Antworten aus den Mitgliedsbetrieben auswertete, die Zuversicht zurückgekehrt - sogar für das Auslandsgeschäft. "Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate stabilisieren sich", konstatierte der DIHK.

Der Anteil der Optimisten stieg nach der Erhebung von 23 auf 24 Prozent, während der Anteil der Pessimisten von 14 auf 13 Prozent sank. Der Antwortsaldo lag mit 11 Punkten um 2 Punkte höher als im Herbst 2015. "Der damalige Rückgang um 4 Punkte gegenüber dem Frühsommer 2015 ist damit zumindest zur Hälfte kompensiert", betonte der DIHK.

Die Wirtschaftsorganisation warnte allerdings, den stützenden Sonderfaktoren stehen derzeit enorme politische Risiken entgegen, "so dass sich ein stabiler Trend nur schwer erkennen lässt". Die Sorgen der Unternehmen um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen seien merklich gewachsen - in keiner vorherigen Umfrage lag ihr Anteil laut DIHK höher. Er stieg auf 45 von 42 Prozent.