Nach dem positiven Ausblick des Ifo-Instituts hat auch der DIHK seine Konjunkturprognose für das

Nach dem positiven Ausblick des Ifo-Instituts hat auch der DIHK seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr angehoben (Bild: imageteam - fotolia.com).

Von Beate Preuschoff und Andreas Kißler, Dow Jones Newswires
BERLIN (ks)–Im Februar hatte der DIHK für 2011 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,0% vorausgesagt. “Der rundherum gelungene Jahreseinstieg bedeutet, dass die Wirtschaft insgesamt die Krise hinter sich gelassen hat”, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei einer Pressekonferenz in Berlin. In einer aktuellen Umfrage des DIHK hätten die Unternehmen ihre Geschäftslage sogar etwas besser bewertet “als zum Höhepunkt des Booms 2007″.

In der aktuellen Konjunkturumfrage der Kammerorganisation äußerten laut DIHK 34% der Unternehmen bessere Geschäftserwartungen, 57% erwarteten eine gleichbleibende Entwicklung, und 9% rechneten mit einer Verschlechterung. Zu Jahresbeginn hatten noch 10% eine Verschlechterung erwartet und 56% hatten eine konstante Entwicklung prognostiziert. Die Sorgen um die In- und Auslandsnachfrage hätten erneut abgenommen.

“Das stützt die Hoffnung, dass die Wirtschaft weiter wächst”, erklärte Wansleben. Die schwungvolle Export- und Investitionsentwicklung unterstütze weiter den Arbeitsmarkt, und in nahezu allen Branchen stünden die Zeichen auf Personalaufbau. Ihre aktuelle Wirtschaftslage beurteilten 46% der Unternehmen als “gut” nach 44% zu Jahresbeginn und 38% im Herbst 2010.

Die Konjunktur wird nach DIHK-Einschätzung vor allem von der Binnennachfrage getragen, aber auch der Export bleibt klar auf Wachstumskurs. Für das laufende Jahr rechnet der DIHK mit einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen um 12,0% (zuvor: 10,0%). Der Bausektor dürfte seine Produktion um 6,0% (zuvor: 3,5%) ausweiten. Bei den sonstigen Anlagen wird ein Zuwachs von 8,5% (zuvor: 8,0%) erwartet. “Wir erhöhen unsere Prognose vor allem aufgrund der Investitionstätigkeit, die sich noch einmal deutlich erhöht”, sagte DIHK-Konjunkturexperte Dirk Schlotböller.

Kräftig werden sich aus DIHK-Sicht die privaten Konsumausgaben erhöhen. Hier rechnet der Verband weiter mit einem Anstieg um 2,4%. Gestützt werden dürfte dies durch die gute Arbeitsmarktlage. Im Jahresdurchschnitt 2011 sieht der DIHK die Zahl der Arbeitslosen bei 2,8 Millionen (zuvor: 2,9 Millionen) Personen.

Die deutschen Ausfuhren werden im laufenden Jahr nach Einschätzung der DIHK-Konjunkturexperten um 11,0% (zuvor: 10,0%) zulegen. Im gleichen Umfang von plus 11,0% (zuvor: 10,0%) dürften auch die Importe 2011 steigen.

“Konjunkturrisiko Nummer eins” seien aus Sicht der Unternehmen allerdings die hohen Energie- und Rohstoffpreise, sagte Wansleben. “Erschwerend hinzu kommen aktuell die Folgen der steigenden Strompreise seit der Abschaltung deutscher Kernkraftwerke”, betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Wansleben forderte, das Thema Steuerreform wieder auf die Tagesordnung zu setzen. “Wir sehen nach wie vor Handlungsbedarf vor allem bei den Unternehmensteuern”, erklärte er. Zudem sprach er sich strikt gegen eine Umschuldung Griechenlands aus. “Wir dürfen nicht das Tor für schlechtere Alternativen öffnen”, warnte Wansleben. Griechenland könne möglicherweise noch viel mehr zum Beispiel mit Privatisierungen erreichen als derzeit von vielen angenommen.