Der DIHK sieht für 2012 zwar kein

Der DIHK sieht für 2012 zwar kein "überschäumendes Wachstum", aber bei weitem keine Rezession - die weiter wachsenden Exporte helfen (Bild: Tortenboxer - Fotolia.de).

Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires

BERLIN (Dow Jones/ks)–Die Prognose basiert auf Einschätzungen von Experten der deutschen Auslandshandelskammern. Für die Importe werde sogar ein Plus von 11% erwartet. Für das laufende Jahr bekräftigte der DIHK seine Erwartung eines Zuwachses von Aus- und Einfuhren um jeweils 11%. Die Weltwirtschaft bleibt insgesamt nach Einschätzung des DIHK trotz problembelasteter Staatshaushalte in etlichen Industriestaaten und hoher Rohstoffpreise “auf moderatem Wachstumskurs”. Der DIHK geht für dieses Jahr von einem Weltwirtschaftswachstum von 3,9% aus. “Damit kann das Expansionstempo aus dem Jahr 2010 zwar nicht gehalten werden, aber ein Rückfall in eine Rezession ist nicht zu erwarten,” betonte der DIHK. Im nächsten Jahr dürfte sich vielmehr das Wachstum der globalen Wirtschaft mit 4,1% wieder etwas beschleunigen.

In Deutschland gebe es 2012 “kein überschäumendes Wachstum mehr”, räumte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier bei einer Pressekonferenz ein. “Aber wir sind weit entfernt von der Rezession”, betonte er. Der DIHK werde in den kommenden Tagen bekanntgeben, ob er seine Wachstumsprognose von rund 3,5% für dieses Jahr zurücknehme, kündigte Treier an. In jedem Fall würden aber kommendes Jahr keine Wachstumsraten in diesem Bereich erzielt.

Das geringere Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr führte der DIHK vorrangig auf das Auslaufen der konjunkturellen Aufholbewegung nach der Krise 2008/2009 zurück. Insgesamt jedoch wirkten die grundlegenden Wachstumskräfte weiter: Gerade Asien und Lateinamerika modernisierten ihre Volkswirtschaften mit hoher Geschwindigkeit, und Japan erhole sich in wirtschaftlicher Hinsicht vom Schock der Naturkatastrophe. Ferner bestehe “die Hoffnung, dass auch in den USA und Europa die Wirtschaftsleistung wieder stärker anzieht”.

Die Kammerorganisation betonte, das deutsche Exportwachstum werde 2012 erneut deutlich stärker sein als im langjährigen Mittel seit 1991, das bei 5,3% liege. “Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage nach deutschen Gütern in Asien und Lateinamerika”, betonte der DIHK. Aber auch die Märkte in Südosteuropa inklusive der Türkei blieben für die deutschen Unternehmen starke Absatzregionen.

Die Importe würden von der vor allem hinsichtlich der Inlandsinvestitionen robusten deutschen Binnenkonjunktur beflügelt. Die wirtschaftliche Dynamik bei Investitionen und Produktion sorge für eine rege Nachfrage auch nach ausländischen Kapital- und Vorleistungsgütern. “Diese Importentwicklung dürfte auch bei geringerem Gesamtwachstum in Deutschland 2012 andauern”, sagte der DIHK voraus. Die rege inländische Investitionstätigkeit führe weiterhin zu einer positiven Beschäftigungsentwicklung und somit auch zu einem steigenden Konsum.

“Bei Ein- und Ausfuhren winken damit in diesem und im nächsten Jahr wieder neue Rekordwerte”, konstatierte die Kammerorganisation. Schon 2011 werde Deutschland Waren im Wert von deutlich über 1 Bill Euro in alle Welt exportieren. Trotz des etwas geringeren Wachstums der Ausfuhren 2012 sollte es nach Dafürhalten des DIHK “nächstes Jahr gelingen, weltweit Platz zwei der Exportnationen einzunehmen”.

Treier forderte allerdings, auch die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf binnenwirtschaftliche Entwicklungen zu beachten. “Das müssen wir sehr genau beobachten”, sagte er. Die Kreditvergabestandards hätten sich im Euroraum verschlechtert, und auch laut den Umfragen des DIHK hätten sich die Kreditzusagebedingungen nicht verbessert, “und das, obwohl sich die Konjunktur verbessert hat”, hob der DIHK-Außenhandelsexperte hervor. Die Turbulenzen der vergangenen Wochen hätten in dieser Hinsicht “nicht wirklich ermutigend” gewirkt.