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Das deutsche BIP wird laut DIW durch den Brexit sinken. - Bild: Pixabay

Alleine die durch das Brexit-Votum ausgelöste Unsicherheit könnte die Wirtschaftsleistung auf Sicht von acht Monaten für sich genommen um 0,4 Prozent mindern, rechnet das DIW in einer aktuellen Studie vor. Wichtigster Grund sind schwächere Investitionen.

Das DIW ist am Beispiel des Brexit der Frage nachgegangen, was passiert, wenn sich auf den Finanzmärkten, in Unternehmen und unter Konsumenten auf einen Schlag große wirtschaftliche Unsicherheit breit macht.

Das Ergebnis: Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum acht Monate später rund 0,2 Prozent niedriger liegen. Die deutsche Wirtschaft ist durch ihre große Offenheit und Abhängigkeit vom Handel sogar noch stärker betroffen. Hier wird das BIP um 0,4 Prozent nach unten gedrückt.

"Selbst nach zwei Jahren wird das Bruttoinlandsprodukt immer noch unter dem Niveau sein, das es ohne diesen Unsicherheitsschock erreicht hätte", lautet das Fazit der Experten.

Die hiesige Wirtschaftsleistung wird laut DIW vor allem durch einen Rückgang der Investitionstätigkeit gedämpft, die um 1 Prozent sinken könnte. "Die deutsche Wirtschaft leidet unter der Unsicherheit stärker als der Euroraum insgesamt, da unser verarbeitendes Gewerbe sehr exportorientiert ist und die schwächere Nachfrage aus dem Vereinigten Königreich unmittelbar zu spüren bekommt", erklärt DIW-Forscher Malte Rieth.

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Das DIW in Berlin. - Bild: DIW

In Deutschland ist der Rückgang der Investitionstätigkeit laut DIW nach einem Jahr am deutlichsten. Die Investitionen in Maschinen gehen demnach am stärksten zurück. Auch in Metallerzeugnisse und elektronische Anlangen steckten die Unternehmen deutlich weniger Geld, meinen die Forscher.

Allerdings legt das DIW Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Studie nicht um eine klassische Konjunkturprognose handelt. Die DIW-Makroökonomen Malte Rieth, Claus Michelsen und Michele Piffer hätten sich in ihrer Analyse allein auf den Unsicherheitsschock konzentriert, der sich durch die Brexit-Entscheidung am 23. Juni ergeben habe.

"Wir haben versucht, genau diesen einzelnen Aspekt zu quantifizieren. Dazu wurden alle andere Faktoren, die die Volkswirtschaften im Euroraum und Deutschland beeinflussen, konstant gehalten", erläuterte Rieth. Als Unsicherheitsmaß verwendeten die Ökonomen Volatilitätsindizes für den Dax und den Euro-Stoxx-50. Beide Indizes verzeichneten am Morgen nach dem Brexit-Entscheid hohe Ausschläge.