BERLIN (Dow Jones)–Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für das dritte Quartal 2010 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9%, wie das Institut am Montag in Berlin mitteilte. Damit liege die Zuwachsrate des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) deutlich über dem längerfristigen Durchschnitt.

“Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärts gerichtet”, sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. Im Vergleich zum Sommer verliere die Erholung aber etwas an Fahrt. “Die Sondereffekte, die die Konjunktur zuletzt auf Rekordstände getrieben haben, lassen im Herbst allmählich nach”, hieß es zur Begründung. Im zweiten Quartal 2010 war das deutsche BIP um 2,2% zum Vorquartal gestiegen.

Durch die konjunkturelle Abschwächung in vielen Ländern – insbesondere in den USA, aber auch in China – werde die Exporttätigkeit etwas weniger dynamisch verlaufen. Auch die winterbedingten Nachholeffekte in der Bauwirtschaft seien inzwischen weitgehend abgearbeitet. Dagegen dürfte der Konsum der privaten Haushalte wie schon zuletzt das Wachstum stützen. “Dazu trägt insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt bei, die die Arbeitsplatzsicherheit erhöht”, betonte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Die Bundesregierung sollte “das hohe Wachstum jetzt zu einer forcierten Konsolidierung der Staatshaushalte nutzen”, sagte Fichtner weiter. Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren. Stattdessen komme es darauf an, Unternehmen und Haushalte von der Nachhaltigkeit des finanzpolitischen Kurses zu überzeugen. “Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt”, so Fichtner.