Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für das dritte Quartal 2010 leicht gesenkt. Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiere eine Zunahme des preis- und saisonbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,8% gegenüber dem Vorquartal, heißt es in einer Mitteilung des Instituts vom Mittwoch.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Im August war das Institut noch von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9% ausgegangen. Für das letzte Jahresviertel 2010 wird ein Wachstum von 0,7% erwartet.

“Ungeachtet einer leichten Abschwächung bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auch im zweiten Halbjahr 2010 intakt”, heißt es in der Mitteilung. Im August habe die Produktion in vielen Industriezweigen nach einer kurzen Verschnaufpause wieder zugelegt, auch die Auftragseingänge hätten inzwischen wieder merklich angezogen. “Die wichtigsten Indikatoren im produzierenden Gewerbe legen eine Verstetigung des Aufwärtstrends nahe”, erklärte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Darüber hinaus stütze die Verbesserung der Stimmung von Unternehmen und privaten Verbrauchern die positive Grundtendenz. Angesichts der besseren Beschäftigungsperspektiven dürfte sich der private Konsum den DIW-Experten zufolge in den nächsten Quartalen zur entscheidenden Triebkraft der Konjunktur entwickeln.

“Im weiteren Verlauf ist es von großer Bedeutung, dass der Aufschwung sich auch in der Kaufkraft der Verbraucher niederschlägt und die optimistischen Erwartungen nicht enttäuscht werden”, sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. “Nur so kann die Entwicklung zu einem selbst tragenden und nachhaltigen Aufschwung führen.