BERLIN (Dow Jones/rm). “Der kräftige Anstieg der Importe zeigt, dass die deutsche Binnenkonjunktur weiter an Kraft und Dynamik gewinnt”, erklärte Brüderle am Freitag als Reaktion auf die aktuellen, vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Exportzahlen.

Nach Aussage von Börner belegen “die Entwicklungen bei den Einfuhren eindeutig, dass unsere europäischen Nachbarn in großem Umfang von der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland profitieren”. Erneut zeige sich, dass die deutsche Wirtschaft der Motor für die anderen EU-Staaten sei. “Die deutschen Unternehmen nehmen ihren europäischen Nachbarn eben nichts weg, sondern stärken sie durch ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit”, betonte der BGA-Präsident.

Brüderle betonte ebenfalls, dass Deutschland durch seine starken Importe seinen Beitrag zu einem nachhaltigem Aufschwung im europäischen und internationalen Rahmen leiste. Die Importe hätten binnen Jahresfrist um ein Drittel zugelegt und damit kräftige Nachfrageimpulse bei unseren Handelspartnern gesetzt, sagte der Minister.

Der Minister wie auch der BGA-Präsident verwiesen darauf, dass neben den Importen auch der deutsche Außenhandel weiter kräftig wachse. Sowohl die Exporte als auch die Importe profitierten mit deutlich zweistelligen Zuwachsraten von der weltweiten wirtschaftlichen Erholung, sagte Börner. “Was kaum möglich schien: Ende des Jahres werden wir 90% des Kriseneinbruchs wieder aufgeholt haben”, sagte der BGA-Präsident. Zugpferde für den deuten Export seien neben den aufstrebenden Schwellenländer im November nun auch wieder verstärkt die EU-Länder gewesen, sagte Börner.

Die nicht mehr ganz so starken Exportzuwächse sind für Brüderle nicht beunruhigend. “Nach dem fulminanten Exportwachstum im ersten Halbjahr verläuft die Entwicklung erwartungsgemäß in etwas ruhigeren Bahnen, weil auch der Welthandel einen Gang auf Normalwachstum zurückgeschaltet hat”, erklärte der Wirtschaftsminister.

Wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt gab, wurden im November 2010 von Deutschland Waren im Wert von 88,0 Mrd EUR ausgeführt, womit der höchste Wert eines Monats seit Oktober 2008 (88,7 Mrd EUR) erreicht wurde. Eingeführt wurden im November Waren über 75,1 Mrd EUR, das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung der Außenhandelsstatistik für die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950.

Damit waren die deutschen Ausfuhren im November um 21,7% (Oktober: plus 19,6%) und die Einfuhren um 33,3% (plus 20,8%) höher als im Vorjahresmonat. Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren gegenüber Oktober um 0,5% (minus 1,3%) und die Einfuhren um 4,1% (plus 0,1%).

Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz hat sich im November somit schlechter als erwartet entwickelt. Nach vorläufigen Ergebnissen erzielte der deutsche Außenhandel einen positiven Saldo von 12,9 Mrd EUR nach einem Überschuss von 14,2 Mrd EUR im Oktober. Ökonomen hatten im Vorfeld ein Plus von 15,0 Mrd EUR prognostiziert.