Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands hat sich im Dezember 2010 erhöht, allerdings nicht ganz so stark wie erwartet.

LONDON (Dow Jones/ks)–Der Einkaufsmanagerindex der Industrie legte auf 60,7 Punkte von 58,1 im November zu, wie der Datendienstleister Markit am Montag unter Hinweis auf die zweite Veröffentlichung mitteilte. Der Index signalisiere damit, dass die Geschäfte so gut gelaufen seien wie seit Juli nicht mehr.

Im Zuge des ersten Ausweises war ein Indexanstieg auf 60,9 Punkte ausgewiesen worden. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für Dezember im Mittel mit einer Bestätigung des ersten Ausweises gerechnet. Der Index für den Industriesektor liegt seit 15 Monaten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Den Angaben zufolge wurden im Dezember stärkere Produktions- und Auftragszuwächse als in den vier Vormonaten verzeichnet. Vor diesem Hintergrund “wurde die Beschäftigung in der deutschen Industrie im Dezember so stark aufgebaut wie nie in der fast 15-jährigen Umfragegeschichte des Markit/BME Einkaufsmanager Indexes”, heißt es in der Pressemitteilung.

Ausschlaggebend für den rasanten Stellenaufbau waren Markit zufolge neben den gut gefüllten Auftragsbüchern auch die optimistischen Konjunkturaussichten. Überdies rechneten die Branchenakteure in den nächsten Monaten mit höheren Produktionsanforderungen und weiteten deshalb vorsorglich ihre Kapazitäten aus.

Gleichzeitig beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise im Dezember drastisch und fiel so stark aus wie zuletzt im Juli 2008. Umfrageteilnehmern zufolge verteuerten sich vor allem Chemikalien, Kupfer, Kunststoffe und Stahl. Die Unternehmen reagierten darauf mit der kräftigsten Anhebung der Verkaufspreise seit September 2008, heißt es weiter.

“Die Dezember-Daten bestätigen, dass die deutsche Industrie auch zum Jahresende 2010 stark gewachsen ist”, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. “So beschleunigte sich nicht nur das Produktionswachstum im Verlauf des vierten Quartals kontinuierlich, der enorme Zuwachs an Neuaufträgen sorgte zudem für den kräftigsten Jobaufbau seit Umfragebeginn im April 1996.”