ZVEI Elektroindustrie

Laut ZVEI steht es um den Auftragseingang in der deutschen Elektroindustrie im ersten halbjahr 2016 nicht berauschend. - Bild: Bosch

Während Kunden aus der Eurozone geringfügig mehr orderten als vor einem Jahr (+0,3 %), waren die Bestellungen aus Drittländern um 23,9 Prozent rückläufig. "Dieser starke Rückgang lässt sich allerdings mit einem Basiseffekt erklären", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. "Vor einem Jahr hatte es Großaufträge aus dem nicht zum Euroraum zählenden Ausland gegeben, die jetzt den Vergleich erheblich verzerren."

Im gesamten ersten Halbjahr 2016 unterschritten die Auftragseingänge ihren entsprechenden Vorjahreswert damit leicht um 1,2 Prozent. Hier steht einem Plus bei den Inlandsbestellungen von 1,2 Prozent ein Minus bei den Auslandsorders von 3,0 Prozent gegenüber. Aus dem Euroraum gingen 1,3 Prozent mehr Bestellungen ein, aus Drittländern 5,4 Prozent weniger.

Andreas Gontermann
ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. - Bild: ZVEI

Die preisbereinigte Produktion der heimischen Elektrofirmen ist im Juni 2016 um 2,9 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Kumuliert von Januar bis Juni dieses Jahres lag sie 2,2 Prozent im Plus. Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Juli deutlich heraufgesetzt: 28 Prozent der Firmen wollen ihren Output in den kommenden drei Monaten steigern, nur noch 5 Prozent planen eine Reduktion. Zwei Drittel kalkulieren mit der Beibehaltung ihrer Produktionsniveaus.

Mit 15,8 Milliarden Euro lagen die Erlöse der deutschen Elektroindustrie im Juni in etwa auf Vorjahresniveau (-0,2 %). Der Inlandsumsatz gab um 1,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro nach, der Auslandsumsatz erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Während die Erlöse mit der Eurozone um 4,9 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro sanken, stieg der Umsatz mit Drittländern im Juni um 4,7 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

 

Umsatz steigt um zwei Prozent

Im kompletten ersten Halbjahr 2016 kamen die Branchenerlöse auf 86,9 Milliarden Euro und lagen damit 2,1 Prozent höher als vor Jahresfrist. „Sie befinden sich damit soweit auf Kurs der ZVEI-Prognose von plus zwei Prozent für das gesamte Jahr“, so Dr. Gontermann.

Der Inlandsumsatz stieg um 3,4 Prozent auf 42,2 Milliarden Euro, der Auslandsumsatz um 1,0 Prozent auf 44,7 Milliarden Euro. Die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum und aus Drittländern nahmen dabei um 1,3 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro bzw. um 0,8 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro zu.

Das Brexit-Votum hat dem Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli bislang nichts anhaben können. Unter dem Strich erhöhte es sich weiter, nachdem es bereits im Vormonat deutlich zugelegt hatte. Vor allem die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich im Juli kräftig. Die allgemeinen Geschäftserwartungen gaben hingegen leicht nach.

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