Der steile Anstieg der Elektroexporte geht unvermindert weiter. Im Dezember 2010 beliefen sich die Exporte der deutschen Elektroindustrie auf 13 Mrd. Euro.

FRANKFURT (sp). Die Exporte der Elektroindustrie lagen damit 20 Prozent über ihrem Vorjahresniveau. „Die Ausfuhren sind jetzt den elften Monat in Folge zweistellig gewachsen“, sagte Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI. Im gesamten Jahr 2010 sind die Elektroausfuhren um 23 Prozent auf 151 Mrd. Euro gestiegen. 2009 waren sie um 15 Prozent auf 122 Mrd. Euro gesunken. “Nicht nur konnten die 2008er Vorkrisen-Exporte im vergangenen Jahr bereits wieder übertroffen werden, die Ausfuhren markierten auch ein neues Allzeithoch”, betonte Dr. Gontermann.

Elektroeinfuhren

Die Elektroeinfuhren nach Deutschland lagen im Dezember bei zwölf und im gesamten Jahr 2010 bei 136 Mrd. Euro. Ihre jeweiligen Vorjahresstände übertrafen sie damit um 24 bzw. 28 Prozent. Auch das Importniveau des Vorkrisenjahres 2008 in Höhe von 121 Mrd. Euro wurde im vergangenen Jahr wieder deutlich überboten und damit auch hier ein neuer Rekordwert erreicht.

Wichtigster Lieferant: China

„Wichtigster Lieferant für den deutschen Elektromarkt bleibt China. Sein Anteil an den Gesamteinfuhren beträgt inzwischen 25 Prozent“, sagte Dr. Gontermann. Gegenüber 2009 erhöhten sich die chinesischen Einfuhren im vergangenen Jahr um 43 Prozent. Auch aus den anderen asiatischen Ländern stiegen die Importe 2010 besonders kräftig – insgesamt um 33 Prozent. Die Elektroeinfuhren aus Europa und Amerika wuchsen um 21 und 19 Prozent.

Auswirkungen der Unruhen

„Zwar werden die politischen Unruhen in Ägypten sowie anderen nordafrikanischen Staaten nicht ohne Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Länder bleiben. Was aber den Elektroaußenhandel Deutschlands mit diesen Ländern betrifft, so dürften die Auswirkungen begrenzt bleiben – vorausgesetzt, es kommt zu keinem Flächenbrand”, so Dr. Gontermann. Die Elektroexporte nach Nordafrika und in den Nahen Osten sind 2010 um 23 und neun Prozent gestiegen. „Allerdings handelt es sich da gerade einmal um ein bzw. drei Prozent der gesamten Branchenexporte.“