Wie das “Handelsblatt” berichtete, akzeptieren die vier Betreiberunternehmen in einem fertig ausgearbeiteten Vertrag unter anderem die geplante Brennelementesteuer.

DÜSSELDORF (Dow Jones)–In der Frage um eine mögliche Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke gehen die Energieversorger einem Zeitungsbericht zufolge auf die Bundesregierung zu. Die Zeitung beruft sich dabei auf Unternehmenskreise.

Dem Bericht zufolge wollen Vertreter von E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall mit der Politik eine vertragliche Lösung diskutieren. Diese soll die Akzeptanz der Brennelementesteuer mit der Zusicherung des Verzichts auf spätere weitere Steuererhöhungen verbinden. Mit den im Juni vorgestellten Steuerplänen will der Bund ab 2011 jährlich 2,3 Mrd Euro einnehmen.

Wie es in der Zeitung weiter heißt, soll die Präambel des Vertragsvorschlags das Bekenntnis der Energiekonzerne beinhalten, wonach diese den Bund an den Zusatzgewinnen aus möglichen längeren Atomlaufzeiten beteiligen. Demnach wird darin auch eine Stiftung vorgeschlagen, die dann erneuerbare Energien fördern soll. Sprecher von RWE und EnBW wollten den Bericht nicht kommentieren, bei E.ON und Vattenfall war zunächst kein Vertreter für eine Stellungnahme erreichbar.

Eigentlich wollte die vergangenen Herbst ins Amt gekommene Bundesregierung aus Union und FDP die Frage der Atomkraftwerke längst geklärt haben. Doch die politische Diskussion ist noch nicht beendet und mit den Plänen, künftig den Verbrauch nuklearer Brennelemente zu besteuern, ist die Stimmung zwischen Unternehmen und Politik zusätzlich belastet worden.