Konsum

Sinkende Ölpreise schaffen ein Konsumfreudiges Klima. Foto: pixabay/picaidol

Im November sanken die deutschen Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang in dieser Höhe erwartet. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang um 2,5 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Februar 2010. Die Prognose hatte auf ein Minus von 2,4 Prozent gelautet.

Den größten Einfluss auf das Gesamtniveau hatte die Preisentwicklung bei Energie. Die Energiepreise fielen um 0,2 Prozent im Monats- und 7,1 Prozent im Jahresvergleich. Auch ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 0,2 Prozent niedriger als im Vormonat, binnen Jahresfrist betrug der Rückgang 0,7 Prozent.

Bei dieser Statistik werden die Preise ab Fabrik erhoben, also bevor die Produkte und Rohstoffe in den Handel kommen. Die Erzeugerpreise können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation geben. In der Regel schlagen veränderte Erzeugerpreise früher oder später auf den Handel und damit auf die Verbraucher durch.

Private Verbraucher konsumieren mehr

Die mühsame Erholung der Konjunktur im Euroraum wäre wohl noch etwas mühsamer, wenn nicht die privaten Verbraucher wegen des gesunkenen Ölpreises etwas kräftiger konsumieren würden. Nachrichten über ihre Stimmungslage sind deshalb in der ansonsten ereignisarmen Weihnachtswoche das Highlight der europäischen Konjunkturdaten. Etwas mehr ist in den USA los.

Der von der EU-Kommission erhobene Index der Wirtschaftsstimmung kommt erst in der Woche nach Weihnachten, aber einen Bestandteil veröffentlicht die Kommission immer schon eine Woche im Voraus: Den Index des Verbrauchervertrauens. Mit 20 Prozent ist diese Komponente zwar nur halb so hoch gewichtet wie das Industrievertrauen, aber trotzdem hat das Verbrauchervertrauen maßgeblich dazu beigetragen, dass die Wirtschaftsstimmung derzeit um 5 Punkte höher liegt als vor einem Jahr.

Im November notierte das Verbrauchervertrauen bei minus 5,9 Punkten und damit deutlich höher als im langjährigen Durchschnitt (minus 12,8) Die EU-Kommission veröffentlicht den Index an diesem Montag um 16.00 Uhr.

Am Dienstag (8.00 Uhr) wird das Beratungsunternehmen GfK darüber informieren, welchem Konsumklima sich die deutschen Einzelhändler zu Jahresbeginn gegenüber sehen werden. Böse Überraschungen sind eigentlich ausgeschlossen, denn die deutschen Konsumenten profitieren nicht nur von einem niedrigen Ölpreis, sondern auch von steigenden Nominaleinkommen. Zwar ist das GfK-Konsumklima zuletzt etwas gesunken, es liegt aber auf hohem Niveau, und ohnehin ist der Januar aus Sicht des Einzelhandels noch Teil des Weihnachtsgeschäfts.

Der Mittwoch bringt um 14.30 Uhr zwei interessante US-Konjukturdaten, den Auftragseingang für langlebige Güter und die persönlichen Einkommen und Ausgaben der Amerikaner. Von Interesse ist vor allem der letztgenannte Bericht, weil er Angaben zu dem von der Fed bevorzugten Inflationsmaß enthält, dem Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator).

Im Oktober war der PCE-Deflator mit einer Jahresrate von 0,2 Prozent gestiegen, bereinigt um Energie- und Nahrungsmittelpreise betrug die Teuerung 1,3 Prozent. Beides ist aus Sicht der US-Notenbank, die gerade erstmals seit fast zehn Jahren ihre Zinsen erhöht hat, zu niedrig. Ein Hoffnungsschimmer war in dieser Hinsicht der Anstieg der Verbraucherpreisteuerung auf 2,0 Prozent bei der Kernrate ohne die besonders volatilen Preise für Energie und Lebensmittel.