Die Industrieproduktion im Euroraum hat sich im August im Zuge einer starken Erzeugung von Investitionsgütern besser entwickelt als erwartet, und auch die Angaben für den Vormonat wurden leicht nach oben korrigiert.

FRANKFURT/LUXEMBURG (Dow Jones/ks)–Wie Eurostat am Mittwoch mitteilte, legte die Industrieproduktion (ohne Baugewerbe) im August um 1,0% gegenüber dem Vormonat zu. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Mittel mit einem Anstieg um nur 0,7% gerechnet. Im Juli war die Produktion um revidiert 0,1% (vorläufig: 0,0%) gestiegen.

Auf Jahressicht erhöhte sich die industrielle Erzeugung in der Eurozone um 7,9%, nach einem Produktionsplus von revidiert 7,2% (plus 7,1%) im Juli. Ökonomen hatten lediglich eine um 7,5% höhere Fertigung prognostiziert. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich in allen Euro-Ländern, für die Daten vorliegen, außer in Griechenland.

“Insgesamt zeugen die heute veröffentlichten Produktionsdaten von einer fortwährenden Erholung in der Industrie”, sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. Im Durchschnitt von Juli und August liege die Produktion 0,9% über dem Vorquartal. “Produktionsseitig zeichnet sich somit ein weiterer BIP-Anstieg im 3. Quartal ab”, fügte er hinzu. Auch der Ausblick für die kommenden Monate sei freundlich, da die Einkaufsmanagerindizes weiterhin im Expansionsbereich lägen und auch das Vertrauen in die Industrie gestiegen sei.

In der EU-27 stieg die Industrieproduktion im August auf Monatssicht um 0,8%, gegenüber dem Vorjahr legte sie um 7,5% zu. Im Juli hatte sich die Erzeugung im Monatsvergleich um 0,1% (0,0%) und auf Jahressicht um 7,0% (plus 6,8%) erhöht. Für Deutschland wies Eurostat eine gegenüber dem Vormonat um 1,8% höhere Industrieproduktion und einen Zuwachs im Jahresvergleich von 11,5% aus.

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Produktion von Investitionsgütern im August im Euroraum um 3,0% und in der EU-27 um 2,6%. Die Produktion von Gebrauchsgütern nahm um 1,8% bzw. 1,4% zu. Die Produktion von Vorleistungsgütern erhöhte sich im Euroraum um 1,4% und in der EU-27 um 1,0%. Die Erzeugung von Verbrauchsgütern nahm dagegen im Euroraum um 0,2% ab und blieb in der EU-27 stabil. Die Produktion im Energiesektor fiel um 0,7% bzw. 0,3%.

Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Produktion von Investitionsgütern um 11,2% im Euroraum und um 10,6% in der EU-27. Die Produktion von Vorleistungsgütern stieg um 10,8% bzw. 10,2%. Die Erzeugung von Gebrauchsgütern nahm um 7,3% im Euroraum und um 7,6% in der EU-27 zu. Die Produktion von Verbrauchsgütern wies einen Anstieg um 4,0% bzw. 4,3% auf. Die Produktion im Energiesektor stieg im Euroraum um 0,7% und in der EU-27 um 0,2%.