Jürgen Fitschen: "Wir werden leider abhängig bleiben von der Geldpolitik der EZB." - Bild:

Jürgen Fitschen: "Wir werden leider abhängig bleiben von der Geldpolitik der EZB." - Bild: Deutsche Bank

Nur wenige Stunden nach der Konkretisierung des großen Anleihekaufprogramms der Notenbank, wertete dies Fitschen als Zeichen wirtschaftlicher Schwäche. “Wir werden leider abhängig bleiben von dieser Geldpolitik”, sagte der Co-Chef von Deutschlands größtem Geldhaus am Donnerstagabend in Berlin.

Mittelfristig müsse es gelingen, dass sich der Euroraum von der ultra-lockeren Geldpolitik löse. Kurzfristig wird die Wirtschaft aber nach Fitschens Einschätzung von der Geldschwemme profitieren. Die unmittelbare Konsequenz “ist der schwache Euro”, der wie ein kleines Konjunkturprogramm wirke. Ob das QE-Programm der EZB langfristig ein Erfolg werde, sei aber noch nicht auszumachen. Fitschen bezog sich dabei auf die USA und Japan, wo die Politik des billigen Geldes unterschiedlich gewirkt hat.

Bei seiner Rede zum traditionellen Hauptstadtempfang der Bank verlangte der Co-Chef von den Politikern in Europa, von weiterer Regulierung Abstand zu nehmen. Trennbankensystem und Finanztransaktionssteuer trügen nicht zur Stabilität des Sektors bei. “Wir glauben, es wäre klug, jetzt innezuhalten (bei der Regulierung)”, erklärte Fitschen. Zu dem bevorstehenden Gerichtsprozess wegen versuchten Betrugs in den Kirch-Streitigkeiten wollte er sich nicht äußern.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke