Euro, Wachstum

Die Wirtschaft in Europa brummt. - Bild: Pixabay

Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - blieb stabil bei 56,8 Zähler, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 56,6 Punkte vorhergesagt.

"Die Daten zeigen, dass das Wirtschaftswachstum der Eurozone im Mai beeindruckend stark geblieben ist", sagte IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Bislang ist die Wachstumsrate im zweiten Quartal 2017 so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr, was einem BIP-Wachstum von 0,6 bis 0,7 Prozent entspricht."

Sollte der Index sein hohes Niveau im Juni behaupten, dürfte sich "die allgemeine Marktschätzung von 0,4 Prozent Wachstums für das zweite Quartal als viel zu pessimistisch herausstellen", fügte Williamson hinzu.

Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 57,0 Punkte von 56,7 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 56,5 Zähler prognostiziert. Der Einkäuferindex für den Servicesektor sank auf 56,2 Punkte von 56,4 im Vormonat. Ökonomen hatten einen stabilen Stand erwartet.

Frankreich und Deutschland vermeldeten im Mai ein fast gleich starkes Wirtschaftswachstum, wobei Frankreich diesmal erneut knapp vorne lag. Die französische Wirtschaft expandierte so kräftig wie zuletzt im Mai 2011, Deutschland zeigte die höchste Wachstumsrate seit April 2011.

Deutsches Geschäftsklima auf neuem Allzeithoch

Das Geschäftsklima in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai deutlicher als erwartet aufgehellt. Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 114,6 (Vormonat revidiert: 113,0) Punkte.

Das war der höchste Stand seit Beginn der Datenreihe 1991. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg auf 113,0 prognostiziert. Basis war ein vorläufiger April-Wert von 112,9 gewesen.

Der Index der Konjunkturlagebeurteilung stieg auf 123,2 (121,4) Punkte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 121,2 prognostiziert. Vorläufig war für April ein Wert von 121,1 genannt worden. Der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 106,5 (105,2) Punkte. Erwartet worden war ein Stand von 105,4.

"Diese Entwicklung des Ifo-Index in Verbindung mit anderen wichtigen Konjunkturindikatoren deutet auf ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent im zweiten Quartal hin. Die deutsche Konjunktur zeigt eine hohe Schlagzahl", kommentierte das Ifo-Institut die Daten.