BRÜSSEL (Dow Jones/rm). Der am Donnerstag von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung stieg auf 101,3 Punkte von revidiert 99,0 (vorläufig: 98,7) im Vormonat. Volkswirte hatten einen Indexstand von 99,0 erwartet. Für die gesamte Europäische Union (EU) wurde für den Indikator ein Anstieg auf 102,2 Punkte von zuvor 100,3 ausgewiesen.

Der Sammelindex zur Wirtschaftsstimmung umfasst die Einschätzung von Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistungsgewerbe sowie das Verbrauchervertrauen und die Entwicklung des Einzelhandels in der EU. Der Indikator legte in der Mehrheit der Mitgliedstaaten zu, wobei der Zuwachs in Deutschland mit plus 4,0 Punkten auf 110,1 besonders stark ausfiel. In Frankreich erhöhte sich der Index um 2,6 Punkte auf 100,4 Zähler und in Italien um 1,7 Punkte auf 98,9 Zähler. In Spanien sank er dagegen um 2,2 auf 88,7 Punkte.

Die Zuversicht der Industrie in der Eurozone hat sich im Juli unerwartet deutlich verbessert, wobei vor allem die Auftragsbestände positiver eingeschätzt wurden. Die Produktionserwartungen wurden dagegen zurückhaltend beurteilt. Der entsprechende Indikator stieg auf minus 4 von minus 6 im Vormonat. Volkswirte hatten im Mittel lediglich eine Verbesserung auf minus 5 erwartet. Für die gesamte Union wurde ebenfalls ein Anstieg des Industrievertrauens auf minus 4 von zuvor minus 6 ausgewiesen.

Beim Verbrauchervertrauen für den gemeinsamen Währungsraum, das 20% des Gesamtindex ausmacht, wurde ein Indexstand von minus 14 (Vormonat: minus 17) gemeldet, womit die Vorabschätzung erwartungsgemäß bestätigt wurde. Für die gesamte EU verbesserte sich dieser Index auf minus 14 (Vormonat: minus 15) Zähler. Der Kommission zufolge beurteilten die Verbraucher die allgemeinen Wirtschaftsaussichten optimistischer und in Deutschland sank auch die Sorge um die Entwicklung des Arbeitsmarktes kräftig.

Etwas besser fielen in der Eurozone im Juli auch der Stimmungsindex für den Einzelhandel (minus 4 nach minus 6) sowie für den Dienstleistungssektor (plus 6 nach plus 4) aus. Der Index für die Bauwirtschaft im Euroraum blieb mit minus 29 nach minus 30 im Vormonat nahezu unverändert.

Beim Industrievertrauen wurde für Deutschland eine Verbesserung auf plus 3 nach plus 1 im Juni ausgewiesen. Für Frankreich stellte sich der entsprechende Index auf minus 10 (minus 15). Während sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland auf 0 aufhellte von minus 9 im Vormonat, blieb es in Frankreich mit minus 22 unverändert.

Die Kommission verwies zudem darauf, dass die Kapazitätsauslastung der vierteljährlichen Industrie-Umfrage zufolge sowohl im Euroraum als auch in der gesamten EU gestiegen sei. Im dritten Quartal liege die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe im Euroraum bei 77,4% nach 75,5% im Vorquartal. In der EU sei sie auf 77,5% gestiegen von 75,6%. Allerdings liege dieser Wert weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 81%.