Nach den Export-Rekordständen der vergangenen Monate macht der BGA nun erste Spuren von Sand im

Nach den Export-Rekordständen der vergangenen Monate macht der BGA nun erste Spuren von Sand im Getriebe der Ausfuhrkonjunktur aus (Bild: Angelika Bentin - Fotolia.com).

von Beate Preuschoff und Andreas Kißler, Dow Jones Newswires

BERLIN (ks)–”Die deutsche Exportwirtschaft spürt derzeit den Sand im Getriebe der Weltwirtschaft”, sagte BGA-Präsident Anton F. Börner am Dienstag in Berlin anlässlich der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten aktuellen Exportdaten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler erklärte hingegen, die deutsche Außenwirtschaft sei “gut aufgestellt”. Die deutschen Ausfuhren hätten in den vergangenen Monaten Rekordstände erklommen, und deutsche Produkte blieben in der Welt nach wie vor sehr gefragt, wie die zuletzt außerordentlich lebhafte Auslandsnachfrage in der Industrie belege.

Börner meinte, wie stark der Motor ins Stottern geraten sei, würden die nächsten Monate zeigen. Zwar seien Monatswerte Schwankungen unterworfen und insofern vor Panikmache zu warnen. “Dennoch werden sich die Bremsspuren, die von der konjunkturellen Eintrübung in den USA ausgehen, in den nächsten Monaten schon bemerkbar machen”, sagte der BGA-Präsident.

In der aktuellen Situation sei es wichtig, den Finanzmärkten vernünftig und koordiniert mitzuteilen, mit welchen politischen Maßnahmen die Schuldenprobleme der einzelnen Länder angegangen werden sollten. “Es fehlt ein schlüssiges Konzept und das Signal, dass wirklich alle an einem Strang ziehen”, kritisierte Börner. Hier sei die Politik gefragt, damit sich aus der aktuellen Hysterie der Märkte kein Flächenbrand entwickele, forderte der BGA-Präsident.

Rösler unterstrich, auch wenn die Exporte angesichts der leicht gedämpften Dynamik der Weltwirtschaft etwas rückläufig seien, nehme “die deutsche Industrie weiterhin eine Spitzenstellung” ein. “Dies sind gute Zeichen für die Widerstandsfähigkeit unserer Wirtschaft selbst in einem schwierigeren weltwirtschaftlichen Umfeld”, meinte der Wirtschaftsminister.

Die Exporte sind im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um lediglich 3,1% auf 88,3 Mrd Euro gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Die Importe legten um 6,0% auf 75,6 Mrd Euro zu. Der deutsche Außenhandel wies damit im Juni einen Überschuss von 12,7 Mrd Euro auf. Im Mai hatte der Überschuss 14,8 Mrd Euro und im Vorjahresmonat 14,3 Mrd Euro betragen.