BERLIN (Dow Jones/rm). “Der Außenhandel sprintet mit aller Kraft aus der Krise”, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, der “Rheinpfalz am Sonntag”. Der Export habe wieder seine Funktion als Motor für die deutsche Wirtschaft übernommen.

Schon jetzt sei klar, dass die Ausfuhren im ersten Halbjahr alle – selbst die optimistischen – Erwartungen übertroffen hatten. Wachstumstreiber seien die Schwellenländer, allen voran China, meinte der Verbandschef. Die Exporte in die außereuropäischen Staaten in den ersten fünf Monaten hatten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 40% zugenommen. Insgesamt seien von Januar bis Mai die Ausfuhren um 30% im Vorjahresvergleich gestiegen.

Dennoch stehe der “Stresstest” für die Konjunktur noch aus. Dazu zählte der Verbandspräsident sowohl das Zurückfahren der extrem expansiven Geldpolitik in vielen Ländern als auch der vielfältigen Konjunkturstützen. Viele Probleme wie die Schuldenkrise seien bislang noch ungelöst. Im Fall Griechenland sei lediglich Zeit erkauft worden. Den niedrigen Euro bewertete Börner als Vorteil für den Export in den Nicht-Euro-Raum. Allerdings verteuere er auch die Rohstoffe, die immer schwieriger zu beschaffen seien.

Börner warnte davor, bei der konjunkturellen Erholung nur auf die Exporterfolge zu bauen. Parallel dazu müsse auch die Binnenwirtschaft angekurbelt werden, vor allem mit Investitionen in der Bauwirtschaft.