Konjunktur_Boerse

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Schon seit Ende 2008 liegt der Leitzins bei praktisch null. Der Beschluss fiel mit 9 zu 1 Stimmen. In ihrem Kommunique verwies die Fed auf "globale Entwicklungen", die die US-Wirtschaft bremsen könnten.

Yellen sagte in ihrer Pressekonferenz, eine "große Mehrheit" der Ratsmitglieder gehe weiter davon aus, dass es in diesem Jahr noch eine Zinserhöhung geben werde. Zugleich war an den Projektionen der Ratsmitglieder ablesbar, dass der Zinspfad in den nächsten Jahren flacher ausfallen wird als bislang angenommen.

Über den Ausgang dieser Sitzung waren geldpolitische Beobachter im Vorfeld selten so unsicher gewesen wie diesmal. Yellen hatte die Finanzmärkte schon seit längerer Zeit auf eine Zinswende in diesem Jahr eingestimmt. Und noch vor einem Monat hatte der Konsens geherrscht, dass die Fed bei der September-Sitzung die Zinsen erhöhen würde. Doch mit den Sorgen über die Konjunkturlage in China und den daraus folgenden Börsenabstürzen war dieser Konsens dahingeschmolzen.

Eine Entscheidung war schwer zu treffen, weil es gute Argumente sowohl für eine Zinserhöhung als auch für ein Abwarten gab. Einerseits wächst die US-Wirtschaft solide und die Arbeitslosigkeit ist auf ein Tief von 5,1 Prozent gesunken, was fast einer Vollbeschäftigung entspricht. Andererseits bleibt die Inflation hartnäckig niedrig und die ohnehin schon angeschlagene Weltkonjunktur könnte mit einer Zinserhöhung vollends aus dem Tritt geraten.

Yellen sagte, der Rat habe über eine Zinserhöhung diskutiert, doch wegen der "erhöhten Besorgnis" über das Wachstum in China, den jüngsten Börsenbeben sowie der Aussicht auf eine niedrige Inflation für eine längere Zeit sei die Entscheidung für ein Abwarten gefallen. Die Fed brauche "ein bisschen mehr Zeit", um die ökonomischen Entwicklungen zu analysieren.

Zum Zeitpunkt, wann nun die Zinswende anstehen könnte, machte Yellen keine konkreten Aussagen. Sie sagte lediglich, eine Zinserhöhung im Oktober bleibe eine Möglichkeit. Viele Experten rechnen aber damit, dass die Fed die Zinswende nun erst im Dezember wagen wird.

"Alle Augen richten sich jetzt auf das Treffen am 15. und 16. Dezember", sagte Chad Moutray, Chefökonom bei der National Association of Manufacturers. "Die allgemeine Meinung ist, dass die Zinsen zum Jahresende steigen werden, wobei der Dezember der wahrscheinlichste Termin ist. Die andere Möglichkeit ist die Sitzung am 27. und 28. Oktober, doch das erscheint weniger wahrscheinlich." Im Oktober ist keine Pressekonferenz angesetzt.

Eine ganz ähnliche Einschätzung traf Analyst Joseph Lake von der Economist Intelligence Unit. "Der Arbeitsmarkt hat genügend Fortschritte für eine Zinserhöhung gemacht, doch die Inflation ist immer noch sehr niedrig. Das hat die Fed überzeugt, dass sie noch etwas länger warten kann, ohne in die Gefahr einer Überhitzung der Konjunktur zu geraten." Die Fed werde mindestens bis zum Dezember warten und die geldpolitische Straffung danach langsam und schrittweise erfolgen.

Die Börsenkurse in den USA reagierten recht volatil auf die Aussagen der Zentralbank. Der Dow-Jones-Index gewann zwischenzeitlich rund 1 Prozent, büßte die Gewinne aber wieder ein. Der Dollar fiel massiv gegenüber dem Euro, er verlor rund 1,3 Prozent. Die Kurse der US-Staatsanleihen legten deutlich zu.