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Staatliche Ausgaben für Flüchtlinge und private Mehrausgaben der Migranten könnten dauerhaft zu mehr Wachstum beitragen. - Bild: Pixabay

"Die staatlichen Ausgaben für Geflüchtete haben im Jahr 2016 das Wirtschaftswachstum um etwa 0,3 Prozent erhöht", sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Rheinischen Post. "Der positive Effekt der Geflüchteten auf die Wirtschaftsleistung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken."

Auch Ifo-Chef Clemens Fuest erklärte: "Der Staat gibt vor allem infolge der hohen Flüchtlingszahl von 2015 deutlich mehr aus. Auch der private Konsum steigt unter anderem deshalb, weil durch die stärkere Zuwanderung einfach mehr Menschen bei uns sind, die in Deutschland Geld ausgeben. Beides stimuliert die Binnenkonjunktur."

Im Jahr 2015 sind 890.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen, von denen etwa zwei Drittel einen Schutzstatus erhalten. Im laufenden Jahr reisten bis zu 300.000 weitere Flüchtlinge ein. Die Migranten erhalten mehrheitlich Asylbewerber- oder Hartz-IV-Leistungen - oder sind bereits erwerbstätig.

Der Staat kommt für ihre Unterkünfte, Gesundheits- und Familienleistungen auf. Zudem gibt er für Integrationsleistungen, etwa Arbeitsmarkt- und Schulprogramme, Milliarden aus. Insgesamt liegen die staatlichen Mehrausgaben durch die Flüchtlingsmigration bei jährlich deutlich über 20 Milliarden Euro.

"Die staatlichen Leistungen für Geflüchtete wirken wie ein kleines Konjunkturprogramm, denn ultimativ kommen sie vor allem deutschen Unternehmen und Arbeitnehmern durch eine höhere Nachfrage zugute", sagte Fratzscher. "Je schneller und besser Geflüchtete in den Arbeitsmarkt kommen, desto mehr erhöhen sie die Wirtschaftskraft Deutschlands und desto mehr können sie dies aus eigener Kraft und mit weniger staatlicher Unterstützung tun."