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Forschungsinstitute erwarten höheres Wachstum für 2017 und 2018. - Bild: Pixabay

Für 2017 erwarten die Ökonomen nun einen Anstieg der Wirtschaftsleistung (BIP) um preisbereinigt 1,5 Prozent, statt wie bisher um 1,4 Prozent, wie sie gemeinsam in ihrem Frühjahrsgutachten in Berlin mitteilten. Nächstes Jahr dürfte das BIP um 1,8 Prozent zulegen und damit 0,2 Prozentpunkte stärker als im Herbstgutachten prognostiziert. Im vergangenen Jahr hatte das BIP wegen mehr Arbeitstagen um 1,9 Prozent zugelegt.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich nun schon im fünften Jahr eines moderaten Aufschwungs", leiten die Ökonomen ihre Analyse ein. Hauptgrund für die besseren Konjunkturaussichten ist vor allem die besser laufende Weltwirtschaft, die die Exportnation Deutschland mitzieht.

"Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung nimmt allmählich zu, und die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten dürften mittlerweile die Normalauslastung leicht überschritten haben", heißt es im Gutachten von DIW, ifo-Institut, IfW Kiel, IWH aus Halle und dem Essener RWI weiter. Haupttreiber der Entwicklung bleibe weiter der Konsum. Trotz der robusten Verfassung bewerten die Forscher den Aufschwung im historischen Vergleich als wenig dynamisch.

Deutsches Jobwunder geht weiter

Die Beschäftigten müssen sich dennoch keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Die Arbeitslosigkeit wird trotz Zuwanderung weiter sinken und dürfte in diesem Jahr einen Durchschnitt von 5,7 Prozent erreichen. Im Jahr 2018 sollte sich der Trend fortsetzen und die Quote weiter auf 5,4 Prozent zurückgehen.

Nach Jahren mit stabilen Preisen müssen sich die Verbraucher allerdings auf ein Comeback der Inflation einstellen. Nach einem Anstieg der Verbraucherpreise von nur einem halben Prozent im vergangenen Jahr werden mit 1,8 Prozent im Jahr 2017 und 1,7 Prozent im Jahr 2018 wohl wieder merklich höhere Raten erreicht.

Wegen der steigenden Nachfrage aus Asien und den USA wird sich der Außenhandel beleben. Die preisbereinigten Exporte werden demnach um 3,5 Prozent und damit um 0,9 Prozentpunkte stärker als vergangenes Jahr klettern. Die Importe werden im laufenden Jahr allerdings mit 4,6 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent) noch deutlicher wachsen.

Die im beginnenden Wahlkampf losgetretene Diskussion um Entlastung der Bürger bei Steuern und Abgaben wird wegen der zu erwartenden Jahresüberschüsse der öffentlichen Hand an Nahrung gewinnen. In diesem Jahr dürfen sich die Finanzminister in Bund und Ländern wohl auf einen Überschuss von 19,2 Milliarden Euro freuen, nach 23,7 Milliarden im Jahr 2016. Im kommenden Jahr bleibt nach den Zahlen der Gemeinschaftsprognose immerhin noch ein Plus von 17,4 Milliarden Euro.