Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser: Der Tarifpoker mit der IG Metalll hat begonnen (Bild:

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser: Der Tarifpoker mit der IG Metalll hat begonnen (Bild: Gesamtmetall).

BERLIN (Dow Jones/rm). In einem Gastbeitrag für die “Bild am Sonntag” (BamS) schreibt der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser: “Nach dem tiefsten und brutalsten Einbruch der jüngeren Wirtschaftsgeschichte steht der Aufschwung noch auf wackeligen Beinen. Unsere Betriebe hatten einen erschreckenden finanziellen Aderlass – nicht zuletzt auch dank eines der professionellsten und fairsten gemeinsamen Krisenmanagements von Belegschaften und Unternehmern.”

Der Gesamtmetall-Chef sagte weiter: “Wir sind bereit, diesen Kurs der Stabilisierung unserer Betriebe und unserer Beschäftigung fortzuführen. In diesen Sinne ist unser Tarifabschluss vom März angemessen und vertretbar – zwei Pauschalzahlungen für dieses Jahr und ab Frühjahr 2011 eine Erhöhung von 2,7%.”

Der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, verteidigte hingegen die Lohnforderung. “Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen. Höhere Löhne sind gerecht und vernünftig. Sie sind gut für die Menschen und für die Konjunktur” schrieb er in einem Gastbeitrag für BamS. Huber bekräftigte die Forderung von plus 6% für die Beschäftigten der Stahlindustrie.

Der Gewerkschaftschef fordert aber nicht nur eine Lohnerhöhung für festangestellte Mitarbeiter: “Wir denken aber auch an Leiharbeiter und Niedriglöhner. Gerade sie brauchen mehr Geld in der Tasche. Höchste Zeit also für gleiche Arbeit – gleiches Geld und Mindestlöhne. Ein Kurswechsel für mehr Gerechtigkeit ist das Gebot der Stunde: Dazu gehört auch eine faire Einkommensverteilung.”