Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser:

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser: "Unsere Branche hat in der Krise viel Blut verloren" (Bild: Gesamtmetall).

BERLIN (ks). Wie entwickelt sich die Konjunktur in Ihrer Branche im kommenden Jahr voraussichtlich?
Wir gehen davon aus, dass wir weiter Boden gutmachen können, wenn auch bei weitem nicht mehr in dem Tempo dieses Jahres. Wir werden vermutlich noch das ganze nächste Jahr brauchen, bis wir im Schnitt der Branche wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie 2011?
Unsere Branche hat in der Krise viel Blut verloren, weil wir trotz fehlender Aufträge an Beschäftigung festgehalten und weiter in Produkte und Prozesse investiert haben. Das war eine richtige Entscheidung – aber eine riskante, denn den Substanzverlust müssen wir erst einmal wieder aufholen.

Welche Gefahren/Risiken könnten eine positive wirtschaftliche Entwicklung gefährden?
Keiner kann wirklich einschätzen, ob beispielsweise der bisherige Wachstumstreiber China seine Dynamik beibehält. Auch das Vertrauen in die Finanzmärkte ist aus Sicht der Realwirtschaft noch nicht wieder uneingeschränkt da. Hinzu kommen die Auswirkungen der enormen Staatsverschuldung – und natürlich die Folgen der demographischen Entwicklung bei uns. Für viele Unternehmen wird auch die Versorgung mit Rohstoffen zu bezahlbaren Preisen zu einer ernsten Herausforderung.

Welches sind die wichtigsten Märkte?
Für die deutsche M+E-Industrie bleiben die europäischen Nachbarn weiter die Hauptkunden. Die USA werden sich hoffentlich wieder erholen. Dazu müssen wir auf den Wachstumsmärkten präsent sein, das heißt derzeit vor allem in China, in den BRIC-Staaten sowie in den arabischen Ländern.

Bitte beurteilen Sie in einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) die Prognose für 2011.
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