Konsum,GfK,Konjunktur

Der Konsum in Deutschland schwächt sich ab - die Kauflaune sinkt, so die GfK. - Bild: cocoparisienne/Pixabay

Die Entwicklung geht entgegen der Erwartung der von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte. Sie hatten für Oktober lediglich eine Stagnation auf dem Niveau vom September erwartet. Tatsächlich aber fiel der Indikator auf den Stand vom August zurück.

"Offenbar sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten auf einem schwächeren Wachstumskurs", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dies signalisiere der dritte Rückgang in Folge der Konjunkturerwartung. Auch die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung hatten in diesem Monat verloren, behaupteten aber ihr hohes Niveau. "Brexit und Terrorgefahr drücken auf die Stimmung", konstatierte die GfK.

Der aktuelle Rückgang zeige, "dass die Konsumstimmung nicht völlig immun ist gegenüber einer zunehmenden Verunsicherung, die auch die Konsumenten zu erfassen scheint". Diese Verunsicherung werde in erster Linie durch eine bewusster wahrgenommene Terrorgefahr in Deutschland sowie durch die britische Entscheidung zum Verlassen der Europäischen Union genährt. Welche Folgen dies für die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft haben werde, sei noch völlig unklar.

Konsumenten erwarten verhaltenere Konjunktur

"Dennoch kann man sicherlich von einem stabilen Konsumklima auf gutem Niveau sprechen", meinte Bürkl. Die GfK bestätigte vor diesem Hintergrund ihre Prognose für 2016, nach der ein Anstieg der realen privaten Konsumausgaben von etwa 2 Prozent erreichbar und realistisch erscheine. Somit bleibe der Konsum eine wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Dass die Konsumenten die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland für die nächsten Monate "offenbar etwas verhaltener" sehen, zeigt sich laut den Konsumforschern in der Konjunkturerwartung, deren Indikator aktuell um 1,8 Zähler auf 6,8 sank.

Das regelmäßige Auf und Ab der Einkommenserwartung fand laut GfK auch im September seine Fortsetzung. Der entsprechende Indikator büßt aktuell 5,7 Punkte auf 52,6 ein. Damit seien jedoch die spürbaren Zuwächse des vorangegangenen Monats von 8,6 Punkten nur zu einem Teil wieder zunichte gemacht worden. Hinsichtlich ihrer künftigen finanziellen Situation blieben die Verbraucher damit "überaus optimistisch". Eine sehr stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sorge dafür, dass auch die tariflichen Einkommen spürbar stiegen, und den Beschäftigten verbleibe real mehr im Geldbeutel.

Im Sog der Einkommenserwartung sei zwar auch die Anschaffungsneigung zurückgegangen, und zwar um 4 auf 53,3 Zähler. "Auch hier kann man nicht von einer Trendwende sprechen", betonte Bürkl. "Die Kauflust bleibt weiter ungebrochen." Solange der Arbeitsmarkt rund laufe und die Arbeitnehmer keine Sorge um ihren Arbeitsplatz haben müssten, dürften die Signale für den Konsum nach Erwartung der GfK "weiter auf Grün stehen".