Die Auftriebskräfte wichtiger Märkte der Welt wie Asien haben die Position von Deutschland beim

Die Auftriebskräfte wichtiger Märkte der Welt wie Asien haben die Position von Deutschland beim Investment Confidence Index beeinflusst (Bild: Fotolia, fugu-24)

Die Auftriebskräfte wichtiger globaler Märkte haben die Investitionstätigkeit in Deutschland angekurbelt. Der Business Investment Confidence Index stieg von 79 auf 101 Punkte.

Gunnar Knüpffer

LONDON. Die deutschen Unternehmen investieren in diesem Jahr verstärkt in Ausrüstungen und Infrastruktur. Das besagt der Business Investment Confidence Index von Siemens Financial Services: Der Index für Deutschland stieg von 79 Punkten im Jahr 2010 auf 101 Punkte im Jahr 2011. Deutschland hat eine stark vom Export getriebene Wirtschaft und so haben die Auftriebskräfte wichtiger Märkte der Welt wie Asien die Position des Landes beim Investment Confidence Index beeinflusst. Allerdings stiegen bereits 2010 die deutschen Investitionen in Fabriken und Ausrüstungen um 9 %. Der Index lässt darauf schließen, dass Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie das mitgenommene Spanien einen Aufschwung bei den Geschäftsinvestitionen (Kapitaleinsatz) im kommenden Jahr sehen werden. Der Wert von über 100 für Deutschland zeigt an, dass die Geschäftsinvestitionen zurück zu den durchschnittlichen weltweiten Werten von 2007 kehren werden – oder sie sogar übertreffen werden.

Für Großbritannien und Frankreich gilt das jedoch nicht: Obwohl diese Länder ihre Werte auf 83 Punkte beziehungsweise 93 Punkte erhöhten, erreichten sie nicht den weltweiten Durchschnittswert von 2011. Dabei wachsen die Investitionen in die britische Produktion bescheiden, die nicht-verarbeitende Industrie berichtet sogar von rückläufigen Investitionen. Die Abhängigkeit Großbritanniens vom Finanzdienstleistungssektor könnte erklären, warum der Aufschwung und das Investitionsvertrauen niedriger als in Deutschland sind. Ein ähnliches Bild ergibt sich in Frankreich, wo die Geschäftsaussichten für die Industrie am positivsten sind; die Produktion erhöhte sich in den ersten Monaten des Jahres. Derzeit beschäftigt sich Frankreich mit einem Defizit im öffentlichen Sektor. Dies dürfte dazu führen, dass das Wachstum der Investitionen des privaten Sektors eher allmählich stattfindet.
In Spanien, wo derzeit die Finanzen konsolidiert werden, bewegt sich der Confidence Index nur in dem Bereich von 80 Punkten. Kreditgeber sind vorsichtig geworden, da die Zahl der notleidenden Kredite gestiegen ist. Dies kann der Studie zu Folge auch als niederhaltendender Faktor für die Geschäftsinvestitionen wirken.
Wie in Deutschland gab es in den USA und der Türkei bereits 2010 eine Aufwärtsbewegung bei den Geschäftsinvestitionen. In den USA folgt dies jedoch einem tiefen Abgleiten in den Jahren 2008 und 2009. Interessanterweise fließen die US-amerikanischen Geschäftsinvestitionen nicht nur in Aktivitäten im eigenen Land, sondern werden auch in US-Joint-Ventures in China gesteckt.
Neben China erreicht der Business Investment Index in der Türkei mit 110 Punkten den höchsten Wert. Das Land war von der globalen Wirtschaftskrise betroffen. Trotzdem düfte das Niveau der Kapitalinvestitionen in diesem Jahr auf die Höhe von 2007 anschwellen, wenn die Investitionen in Fabriken und Ausrüstungen dem Trend folgen, die der Confidence Index angibt. Beobachter sehen den privaten Sektor als treibende Kraft für die Expansion der Türkei, was zu einem BIP-Wachstum von 9,2 % führte. In China ist der Zusammenhang zwischen Index und aktuellen Investitionen nicht so klar. Trotz niedrigem Index-Wert 2009 und 2010 wurden hohe Summen investiert in Infrastruktur, Energie, Wassertechnik und Gesundheitswesen: 850 Mrd Renminbi Yuan flossen ins Gesundheitswesen und jede Woche wurde zwei Kraftwerke gebaut. Wenn diese staatlich gelenkten Entwicklungen abgeschlossen sind, dürften sich die Kapitalinvestionen laut SFS wie im Westen dem Index annähern.