BERLIN (Dow Jones/ks)–”Das ist das größte Sicherungsvolumen in der sechzigjährigen Geschichte der Exportkreditgarantien”, teilte das BMWi mit. Im Vergleich zum Jahr 2009, in dem das Sicherungsvolumen bei 22,4 Mrd Euro gelegen hatte, stieg das Volumen der mit abgesicherten Exporte im vergangenen Jahr um 45%.

Die aktuellen Zahlen belegten, wie wichtig die Hermes-Bürgschaften für die deutsche Exportwirtschaft seien und dass sie wesentlich zur Erholung von der Finanz- und Wirtschaftskrise beigetragen hätten, erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Ich sehe jedoch deutliche Zeichen der Normalisierung bei den Finanzierungsbedingungen für die deutsche Exportwirtschaft”, fügte er hinzu.

Aber auch unabhängig von Krisenzeiten bleibe bei vielen Auslandsgeschäften gerade mit Schwellen- und Entwicklungsländern ein hoher Absicherungsbedarf. Diesen Bedarf könnten die Exportkreditgarantien als zentrales Instrument der Außenwirtschaftsförderung ausfüllen, sagte der Minister.

Im vergangenen Jahr seien mehr als zwei Drittel aller neuen Deckungen für Exporte in Schwellen- und Entwicklungsländer übernommen worden. Aber auch der Anteil der Industrieländer am Deckungsvolumen sei gestiegen. Das BMWi sieht hierfür als ausschlaggebend an, dass der Bund wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise zusätzliche Deckungsmöglichkeiten für kurzfristige Exportkredite in OECD- und EU-Länder übernommen habe. Diese seien seit Ende 2010 jedoch fast vollständig wieder zurückgenommen worden.

Die größten Deckungsvolumina entfielen im Jahr 2010 auf Russland mit 3,4 Mrd Euro, auf China mit 2,2 Mrd Euro, auf die Schweiz mit 1,9 Mrd Euro (wegen der für die Zulieferungen an die Ostseepipeline in der Schweiz ansässigen Projektgesellschaft), auf Brasilien mit 1,8 Mrd Euro und auf die Türkei mit 1,7 Mrd Euro.

Das abgesicherte Volumen für Großprojekte lag 2010 mit 16,5 Mrd Euro um 74% höher als im Vorjahr. Viele Projekte, die wegen der Krise von den Investoren zunächst zurückgestellt worden seien, seien 2010 realisiert worden. Die Absicherungen für Schiffsgeschäfte blieben 2010 mit 3,0 Mrd Euro um 3% über dem Vorjahreswert.

Die ausgezahlten Entschädigungen haben sich laut BMWi 2010 um 38,6% auf rund 282 Mio Euro erhöht. Ein Teil der überfälligen Forderungen habe verlängert oder umstrukturiert werden können.