Das Ifo-Institut wertet den Rückgang des Geschäftsklimaindex als deutliches Signal für eine

Das Ifo-Institut wertet den Rückgang des Geschäftsklimaindex als deutliches Signal für eine Konjunkturabkühlung, aber nicht als Beginn eines Absturzes (Bild: Thomas Reimer - Fotolia).

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Wie das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, ging der Geschäftsklimaindex auf 106,4 (Vormonat: 107,4) Punkte zurück. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Abnahme auf 106,3 erwartet. Im Juni 2010 waren ebenfalls 106,4 Punkte erreicht worden.

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der rund 7.000 befragten Unternehmen sank im Oktober auf 116,7 (117,9) Punkte. Die Prognose der Ökonomen hatte auf einen Stand von 116,5 gelautet. Der Index für die Geschäftserwartungen ging wie von Volkwirten erwartet auf 97,0 (97,9) Zähler zurück.

Der Rückgang ist für den Konjunkturexperten des Münchener Institut, Klaus Abberger, ein deutliches Zeichen für eine bevorstehende starke Verlangsamung der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Einen Absturz erwartet er hingegen nicht.

“Es ist schon ein sehr klares Signal, dass wir mit einer doch starken Abkühlung der wirtschaftlichen Situation rechnen müssen”, sagte Abberger am Freitag im Interview mit Dow Jones Newswires nach Veröffentlichung der aktuellen Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex. “Wir stehen vor einer deutlichen Verlangsamung, allerdings auch kein Absturz”, betonte der ifo-Experte weiter.

In vielen Bereichen der Industrie, im Handel wie auch im Bau werde mit dieser Abkühlung gerechnet. Die Unternehmen begännen bereits, sich darauf einzustellen. “Die Konjunktur rutscht nicht weg, aber die Unternehmen rechnen damit, dass die Zeiten schlechter werden”, sagte Abberger.

Darauf reagierten die Unternehmen auch schon mittels flexibler Instrumente. Die Kapazitätsauslastung werde heruntergefahren und ihre Auftragsbestände würden gestreckt. “Solche Maßnahmen sieht man, man bereitet sich auf die Abkühlung vor, aber im Moment sieht es alles noch nach geordneten Bahnen aus”, sagte der ifo-Experte.