MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Wie das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex auf 106,7 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 106,2 gelegen hatte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen eine Abnahme auf 106,0 erwartet. Der wichtigste deutsche Konjunkturfrühindikator liegt damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2007.

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der rund 7.000 befragten Unternehmen erhöhte sich im August auf 108,2 Punkte, was das höchste Niveau seit Juni 2008 war. Im Vormonat hatte er bei 106,8 notiert. Die Erwartungskomponente wurde auf 105,2 nach 105,6 im Vormonat beziffert. “Die deutsche Wirtschaft ist im stabilen Sommerhoch”, konstatierten die Konjunkturforscher.

Nach ihren Angaben war das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe erneut günstiger als im Vormonat. Die Industriefirmen hätten von einer besseren Geschäftslage als im Juli berichtet. Bezüglich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten seien sie weiterhin sehr zuversichtlich, allerdings etwas weniger ausgeprägt als im Vormonat. Vom Auslandsgeschäft erwarteten die Unternehmen nicht mehr ganz so starke Impulse wie in den vergangenen Monaten. “Dennoch planen sie etwas häufiger, den Personaleinsatz zu erhöhen”, berichtete das ifo Institut.

Auch im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima demnach weiter aufgehellt. Die befragten Einzelhändler berichteten von einer besseren Geschäftssituation als im Juli. Sie seien auch optimistischer im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung im nächsten halben Jahr. Dagegen habe sich das Geschäftsklima im Großhandel geringfügig verschlechtert. Die derzeitige Geschäftssituation sei etwas weniger gut als im Vormonat. Auch die Geschäftsentwicklung in der nahen Zukunft schätzten sie nicht mehr ganz so positiv ein.

Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hat sich laut ifo Institut etwas eingetrübt. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage als nicht mehr ganz so gut wie im Juli. Der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sähen sie zudem etwas weniger zuversichtlich entgegen.

Volkswirte äußerten sich positiv überrascht von abermaligen Anstieg des ifo-Index: “Von Konjunkturmüdigkeit weiterhin keine Spur”, meinte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Er geht davon aus, dass der Index der Lagebeurteilung weiter steigen wird, erwartet aber für September trotzdem einen leichten Rückgang des ifo-Index.

ING-Volkswirt Carsten Brzeski sagte, angesichts der gegenwärtigen Daten sei eine Wachstumsprognose für Deutschland für 2010 von 3% eher vorsichtig zu nennen. “Selbst wenn die Wirtschaft im zweiten Halbjahr stagnieren würde, würde das Bruttoinlandsprodukt noch um 2,8% steigen”, rechnete er vor.