Stimmung in der Wirtschaft ungetrübt: Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex

Stimmung in der Wirtschaft ungetrübt: Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 106,8 Punkte von 106,7 im Vormonat. - Bild: Siemens

Die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen hatten einen Anstieg auf 107,7 prognostiziert. Das marginal bessere Geschäftsklima beruhte ausschließlich auf optimistischeren Geschäftserwartungen, da die Unternehmen mit der aktuellen Geschäftslage nicht mehr so zufrieden wie im Vormonat waren.

Stimmung in der Wirtschaft ungetrübt

Der Index der Lagebeurteilung sank überraschend auf 111,3 (Vormonat: 111,7) Punkte. Die befragten Ökonomen hatten dagegen einen Abstieg auf 112,6 erwartet. Der Index der Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate legte auf 102,5 (102,0) zu. Prognostiziert waren 103,1 Punkte.

“Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten”, kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Daten.

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal stärker als erwartet – um 0,7 Prozent – gewachsen, was einige Ökonomen bereits dazu gebracht hat, ihre Wachstumsprognosen für 2015 anzuheben. Der nur schwache Anstieg des Ifo-Index könnte diesen Konjunkturoptimismus etwas dämpfen.

Ölpreise und schwacher Euro wirken wie zusätzliches Konjunkturprogramm

Die gesunkenen Ölpreise und der schwächere Euro wirken derzeit wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm für Europas größte Volkswirtschaft: Billigere Energie spart Unternehmen wie Verbrauchern viele Milliarden, während die Abwertung der Währung deutsche Waren in Übersee verbilligt. Rekordbeschäftigung und steigende Löhne schieben zudem den Konsum an.

Viele Ökonomen gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um bis zu zwei Prozent wachsen kann. 2014 waren es 1,6 Prozent.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke