Clemens Fuest

Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht die deutsche Wirtschaft weiter auf dem Wachstumspfad. - Bild: Ifo

Das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Deutschland hat sich im Juli entgegen den Erwartungen nicht eingetrübt, sondern spürbar verbessert.

Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf ein neues Allzeithoch von 116,0 (Vormonat revidiert: 115,2) Punkte. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Rückgang auf 114,9 Punkte prognostiziert. Basis war ein vorläufig genannter Wert von 115,1 gewesen. Auch die im Mai und Juni verzeichneten Werte waren Allzeithochs gewesen.

Der Index zur Beurteilung der Geschäftslage erhöhte sich auf 125,4 (revidiert 124,2) Punkte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 123,7 prognostiziert, vorläufig war für Juni ein Stand von 124,1 genannt worden. Der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 107,3 (106,8) Punkte, erwartet worden waren 106,5. Das Ifo-Institut kommentierte die Daten so: "Die Unternehmen waren seit der Wiedervereinigung noch nie zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch der Ausblick auf die kommenden Monate verbesserte sich. Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf."

Die KfW findet den abermaligen Anstieg des Ifo-Geschäftsklima zwar erfreulich. Für wichtiger hält sie aber die tatsächlichen Entwicklungen in der deutschen Wirtschaft. "Noch wichtiger ist, dass sich die von den Unternehmen wahrgenommene Beschleunigung des Aufschwungs nun in harten Daten wie der Industrieproduktion widerzuspiegeln beginnt", schreibt Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Dem Experten zufolge profitiert Deutschland nicht zuletzt von der wirtschaftlichen Aufhellung bei seinen europäischen Partnern. "Wenn die positiven Signale aus der europäischen Politik in greifbare Ergebnisse münden, sind die Aussichten gut, dass die stärkere Dynamik keine Eintagsfliege bleibt", schreibt er.