Hochkonjunktur, Ifo, Ifo-institut

Die deutsche Wirtschaft schnurrt aktuell wie eine gut geölte Maschine - das Ifo-Institut sieht das Land glatt auf dem Weg zur Hochkonjunktur. - Bild: Pixabay

"Die deutsche Wirtschaft brummt", konstatierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Der Schwung vom Jahre 2017 verlängert sich bis weit ins Jahr 2018 hinein." Im laufenden Jahr wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach den Berechnungen der Forscher um 2,3 Prozent zunehmen und 2019 dann um immer noch 2,1 Prozent.

Die Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten dürfte im Prognosezeitraum spürbar zunehmen, und der Lohn- und Preisanstieg verstärke sich, erklärte das Institut. "Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur." Maßgeblich dazu beitragen werde die Industrie, die von verbesserten Konjunkturaussichten im Euroraum und dem Rest der Welt profitiere und ihre Export- und Investitionstätigkeit spürbar ausweiten werde. Aber auch der private Konsum und die Bauwirtschaft expandierten weiter kräftig, wenngleich sich ihr Beitrag etwas abschwäche.

Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,2 Millionen

In ihrer neuen Prognose sagen die Ifo-Ökonomen eine Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen um 3,8 Prozent in diesem, 3,9 Prozent im kommenden und 3,1 Prozent im nachfolgenden Jahr 2019 voraus. Die Exporte steigen nach ihrer Prognose 2017 um 4,3 Prozent, 2018 um 5,6 Prozent und 2019 um 4,5 Prozent, während die Importe in den drei Jahren um 4,9 Prozent, 5,5 Prozent und 5,0 Prozent zulegen sollen. Der private Konsum steigt demnach 2018 mit 1,7 Prozent und 2019 mit 1,8 Prozent langsamer als im laufenden Jahr mit 2,1 Prozent.

Die Zahl der Erwerbstätigen erklimmt nach den Münchener Berechnungen "neue Rekorde", von 44,3 Millionen Menschen in diesem Jahr auf über 44,8 Millionen im kommenden und auf 45,2 Millionen im Jahr 2019. Parallel dazu soll die Zahl der Arbeitslosen von 2,5 Millionen über 2,4 Millionen auf 2,2 Millionen im Jahr 2019 sinken, die Quote von 5,7 Prozent über 5,3 auf 4,9 Prozent. Die Verbraucherpreise werden nach der Prognose in diesem Jahr um 1,8 Prozent stiegen, im nächsten um 1,9 Prozent und 2019 um 2,2 Prozent.

Der Staat erwirtschaftet dabei laut den neuen Ergebnissen einen immer größeren Überschuss. Vergangenes Jahr waren es 25,7 Milliarden Euro, in diesem Jahr sollen es 42,1 Milliarden sein, im kommenden Jahr 50,6 Milliarden und 2019 sogar 62,1 Milliarden Euro. Der strukturelle Finanzierungssaldo soll durchgehend bei gut 1 Prozent des BIP liegen. Wegen der noch ausstehenden Regierungsbildung seien diese Schätzungen aber "mit Unsicherheit behaftet", denn eventuelle Änderungen bei Ausgaben oder Einnahmen würden den Überschuss entsprechend steigern oder senken.