Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima zwar geringfügig eingetrübt – die Gesamtlage ist aber unverändert gut.
MÜNCHEN (ilk). Während die im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Unternehmen unverändert zufrieden mit ihrer aktuellen Lage waren, hat der Optimismus hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs leicht abgenommen. Angesichts schwungvoller Nachfrage wurde die Produktion stärker ausgeweitet als im Monat zuvor und auch für die kommenden Monate war eine expansive Produktion vorgesehen. Weiterhin ist eine Erhöhung des Personalbestands geplant.

Im Vorleistungsgütergewerbe verblieb der Geschäftsklimaindikator auf dem hohen Niveau des Vormonats. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Perspektiven für die kommenden Monate schätzten die Firmen ähnlich positiv ein wie im November. Infolge schwungvoller Nachfrage war die Produktion weiterhin erkennbar auf Expansion ausgerichtet. Die Unternehmen gaben an, die Preise deutlich angehoben zu haben, und rechneten auch für die nahe Zukunft mit weiteren Preissteigerungen. Im Investitionsgüterbereich hat sich die Geschäftslage im Dezember nochmals erheblich verbessert.

Während vor einem Jahr per saldo etwa 50% der Unternehmen von einer schlechten Geschäftssituation sprachen, bewertete nun knapp ein Drittel diese als gut. Den Firmenangaben zufolge sollte diese Entwicklung auch in den kommenden Monaten anhalten. Volle Auftragsbücher und lebhafte Nachfrage ließen die Zufriedenheit über die Auftragsbestände weiter wachsen. Zudem war häufiger als in den Vormonaten von Personalaufbau die Rede. In der Konsumgüterindustrie (ohne Ernährungsgewerbe) verschlechterte sich hingegen das Geschäftsklima im Dezember. Die Nachfrage verlor etwas an Schwung und der Lagerdruck erhöhte sich wieder ein wenig. Für das kommende halbe Jahr wurde deutlich seltener mit einem positiven Geschäftsverlauf gerechnet.

Im Ernährungsgewerbe hat sich das Geschäftsklima dagegen weiter aufgehellt. Die Unternehmen berichteten von einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage und haben ihre Produktion angesichts dessen deutlich nach oben angepasst. Infolgedessen waren die Firmen mit ihrer Geschäftssituation sehr zufrieden.

In der chemischen Industrie ist der Geschäftsklimaindikator gefallen, erreichte aber im Dezember wieder ein sehr hohes Niveau. Die Nachfragedynamik nahm gegenüber dem vorherigen Monat nochmals erheblich zu, so dass erneut Lieferengpässe auftraten und die Produktion weiter angehoben wurde. Die Unternehmen gaben an, die Preise im Berichtsmonat spürbar heraufgesetzt zu haben, und rechneten für die kommenden Monate mit weiteren Anhebungen.

Im Metallsektor hat sich die Geschäftslage deutlich verbessert. In Anbetracht lebhafter Nachfrage konnte die Produktion ausgeweitet werden. Für die nahe Zukunft rechneten die Firmen mit einer weiteren Geschäftsbelebung, insbesondere aus dem Ausland. Das Geschäftsklima im Maschinenbau hat sich im Dezember weiter verbessert. Die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage hat nochmals zugenommen und die Geschäftsaussichten, sowohl insgesamt als auch in Bezug auf das Exportgeschäft, blieben weiterhin sehr optimistisch. Die Testteilnehmer gaben an, im Berichtsmonat die Preise angehoben zu haben, und planten, dies in den kommenden Monaten verstärkt zu tun. Im Bereich Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik ist der Geschäftsklimaindikator infolge etwas weniger optimistischerer Erwartungen gefallen. Nach wie vor bleibt die aktuelle Situation jedoch sehr gut. Nachfrage und Auftragsbestände erhöhten sich nochmals deutlich. Im

Fahrzeugbau hat sich die aktuelle Situation weiter verbessert. Die nochmals gestiegene Nachfrage führte im Berichtsmonat zu erheblichen Lieferengpässen. Infolgedessen soll die Produktion deutlich ausgeweitet werden. Insgesamt gaben 61% der Unternehmen an, mit Überstunden zu arbeiten. Der Personalbestand soll daher in den kommenden Monaten erhöht werden.

Im Bereich Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden hat sich das Geschäftsklima etwas verschlechtert. Die Nachfragedynamik ließ spürbar nach und auch die Lagerbestände erhöhten sich im Dezember ein wenig. Der nahen Zukunft sahen die Unternehmen zuversichtlich entgegen, jedoch dürften die positiven Impulse aus dem Ausland nachlassen. Auch im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe hat sich das Geschäftsklima abgekühlt. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate wurden von den Unternehmen weniger positiv bewertet als im November. Erkennbare Rückgänge bei den Auftragsbeständen führten zu einem leichten Lageraufbau.

Im Bereich Gummi- und Kunststoffwaren ist der Geschäftsklimaindikator leicht gestiegen. Angesichts schwungvoller Nachfrage und voller Auftragsbücher erhöhten die Unternehmen ihre Produktion sichtlich. Auch die Produktionspläne sahen eine deutliche Ausweitung vor. Im Textil- und Bekleidungsgewerbe hat sich das Geschäftsklima weiter aufgehellt. Nachdem die Produktion in den Vormonaten im Durchschnitt eher gesenkt wurde, berichteten die Unternehmen im Dezember von deutlichen Anhebungen. Der nahen Zukunft sahen die Firmen zuversichtlich entgegen, zudem wird mit weiteren Preisanhebungen gerechnet. Im Holzgewerbe (ohne Möbelhersteller) hat sich das Geschäftsklima infolge deutlich optimistischerer Erwartungen spürbar aufgehellt. Da auch weiterhin mit Impulsen aus dem Ausland gerechnet wurde, haben die Firmen ihre Produktionspläne sichtlich nach oben korrigiert.