BERLIN (Dow Jones/ilk). “Die deutschen Daten waren im europäischen Vergleich eine Ausnahme, aber die Dynamik wird sich deutlich verlangsamen”, sagte IfW-Chefvolkswirt Joachim Scheide beim “82. Kieler Konjunkturgespräch zum Thema: “World Economic Outlook: Continued Recovery, Soft Patch, or Double Dip Recession?” in Berlin. “Ansonsten stehen wir in Europa bei der Erholung genau dort, wo wir stehen sollten,” hob er hervor.

IfW-Präsident Dennis Snower sah seinerseits den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland “auf wackeligen Beinen”, da die jüngste Finanzkrise noch nicht vollständig bewältigt worden sei, und Strukturschwächen an den internationalen Finanzmärkten in eine neue Krise führen könnten. Er sehe “keinen Spielraum für Lohnerhöhungen”, betonte Snower in einem Gastbeitrag für das “Handelsblatt” weiter.  IfW-Deutschlandexperte Stefan Kooths erklärte beim “Konjunkturgespräch” zudem, es gebe “gemischte Daten” zur deutschen Kapazititätsauslastung, und die Arbeitsproduktivität sei weiter deutlich unter dem Niveau von vor der Krise.

Die Kieler Ökonomen hatten in der vergangenen Woche ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr deutlich auf 3,4% angehoben und die Erwartung geäußert, dass die deutsche Wirtschaft auch in nächster Zeit vergleichsweise robust bleibt. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 2,2% gewachsen.