Die Europäische Zentralbank hat weitreichende geldpolitische Maßnahmen angekündigt, um die

Die Europäische Zentralbank hat weitreichende geldpolitische Maßnahmen angekündigt, um die niedrige Inflation in der Eurozone zu bekämpfen. Nach den Worten von Präsident Mario Draghi kauft die EZB bis Ende September 2016 monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euro-Ländern auf. - Pressestelle/EZB

“Die Experten des IfW bewerten diesen Schritt als Verzweiflungstat zur Unterstützung der Krisenstaaten”, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut.

“Die EZB untergräbt damit die Anreize für eine nachhaltige Haushaltsdisziplin und Schuldenpolitik”, kritisierte IfW-Präsident Dennis Snower. Um die Zentralbank aus dieser Situation zu befreien, müsse die EU mit den Mitgliedsländern klare, einfache und glaubwürdig implementierte Regeln für die Fiskalpolitik vereinbaren.

IfW-Konjunkturexperte Stefan Kooths bemängelte, die Staatsanleihekäufe führten “zu einer Vergemeinschaftung der nationalen Staatsschulden”. Sie seien bei den aktuellen Rahmenbedingungen “geldpolitisch nicht geboten”. Kooths sah in einem ultraexpansiven Kurs der EZB “ein monetäres Experiment mit ungewissem Ausgang”.

Die Wirkung von Anleihenkäufen ist unter Volkswirten und Notenbankern zudem umstritten, weil die Zinsen bereits extrem niedrig sind und weitere Sondermaßnahmen daher nur sehr begrenzt wirken dürften.

EZB flutet Märkte mit 60 Milliarden Euro pro Monat

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den Euroländern aufkaufen. Im März soll mit dem Kauf der Papiere mit Top-Bonitätsnoten begonnen werden. Das Programm soll bis Ende September 2016 laufen. Die Wertpapierkäufe würden gemäß den Anteilen der Staaten an der EZB erfolgen.

Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die EZB erklärte zudem, den Leitzins für die Eurozone auf dem historischen Tiefstand von 0,05 Prozent zu halten. Im Kampf gegen die niedrige Inflation hatten die Währungshüter den Zinssatz im September auf das Rekordtief gesenkt, seitdem aber nicht mehr verändert.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke