Hochkonjunktur.Überhitzung

Das IfW hat Deutschland, das an der Schwelle zur Hochkonjunktur steht, einen bald überhitzenden Aufschwung vorhergesagt. - Bild: Pixabay

Damit würde die gesamtwirtschaftliche Produktion im gesamten Prognosezeitraum mit höherem Tempo zulegen als das Produktionspotenzial, das das nachhaltig erzielbare Wirtschaftswachstum widerspiegele, erklärte das IfW. "Bei bereits merklich über normal ausgelasteten Kapazitäten steht Deutschland damit an der Schwelle zur Hochkonjunktur." Vor diesem Hintergrund nähmen auch die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft mehr und mehr zu.

Die Volkswirte aus Kiel konstatierten in ihrem Konjunkturbericht eine Expansion der deutschen Wirtschaft "auf breiter Front". So zögen die Exporte mit der Belebung der Weltkonjunktur wieder beschleunigt an, und die Bautätigkeit werde vor allem durch fortdauernd sehr günstige Finanzierungsbedingungen kräftig angeschoben.

Schließlich weiteten auch die Unternehmen aufgrund günstiger Geschäftsaussichten ihre Investitionen wieder rascher aus. Lediglich der Anstieg des privaten Konsums falle voraussichtlich geringer aus als in den Vorjahren, vor allem weil eine höhere Inflation die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte belaste.

Weiter gute Lage am Arbeitsmarkt

In ihrer Prognose sagen die Kieler Ökonomen konkret eine Zunahme der Anlageinvestitionen um 2,6 Prozent in diesem und um 4,2 Prozent im kommenden Jahr voraus. Für den privaten Konsum erwarten sie eine Steigerung um 1,1 Prozent im laufenden und 1,5 Prozent im nächsten Jahr. Die Exporte werden nach ihren Berechnungen 2017 um 4,0 Prozent und 2018 um 4,8 Prozent und die Importe dieses Jahr um 4,6 Prozent und nächstes um 5,6 Prozent zunehmen.

IfW
Das IfW in Kiel. - Bild: IfW/Tobias Danklefsen

Gestützt werde der private Konsum weiter durch eine gute Lage am Arbeitsmarkt, betonte das IfW. Der Beschäftigungsaufbau setze sich fort, wenngleich das Tempo etwas nachlassen dürfte. Mit den zunehmenden Anspannungen am Arbeitsmarkt nähmen auch die Löhne dynamischer zu.

Der gesamtstaatliche Budgetüberschuss werde 2017 den Rekordwert vom Vorjahr wohl leicht übertreffen und 2018 ähnlich hoch bleiben. Dies sei aber vor allem der konjunkturellen Dynamik sowie den niedrigen Zinsen geschuldet und "somit ein temporäres Phänomen".

Die Kieler Ökonomen zeigten sich mit ihren Vorhersagen insgesamt optimistischer als ihre Kollegen von anderen Instituten. Erst am Mittwoch hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Zunahme des BIP um 1,5 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im nächsten Jahr prognostiziert und erklärt, die Wirtschaftsleistung wachse im Einklang mit den Produktionskapazitäten - eine Überhitzung der deutschen Wirtschaft zeichne sich aber nicht ab.