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Der Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), stieg im Januar 2017 um 0,8 Punkte auf 56,4 - ein Dreijahreshoch. - Bild: Pixabay

Der wichtige Indikator für die gesamte deutsche Wirtschaft spiegelt das Ergebnis der Januar-Umfrage zur Konjunkturlage des Produzierenden Gewerbes in einem Wert wider. „Die erneut positiv ausgefallenen EMI-Daten sind ein Beleg für die anhaltende Robustheit der deutschen Konjunktur“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt.

Sie zeigten zudem, „dass insbesondere unsere Industriebetriebe den zahlreichen internationalen Krisenherden erfolgreich trotzen“. Im Auge behalte man die anziehenden Einkaufspreise, die von den steigenden Rohstoffpreisen befeuert werden.

„Die Stimmung in der deutschen Industrie ist zum Jahresbeginn laut EMI sehr gut. Durch alle Branchen hinweg zeichnet sich ein Aufschwung ab“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag dem BME. Dies gelte auch für die anderen großen Industrienationen. Selbst in Großbritannien habe die Brexit-Entscheidung in der Industrie noch keine Spuren hinterlassen – im Gegensatz zum Immobilienmarkt in London.

Die britische Industrie profitiere von der Pfund-Abwertung und der hohen Nachfrage aus anderen Ländern. „Bei einer anziehenden Inflation und einer starken Nachfrage wäre jetzt die Zeit für die EZB, sich aus der unkonventionellen Geldpolitik zu verabschieden. Der EZB-Präsident hat aber schon deutlich gemacht, dass er dies nicht vorhat“, betonte die Helaba-Bankdirektorin. Offensichtlich übernehme die Geldpolitik andere als in den Verträgen von Maastricht vorgesehen Aufgaben. Dies helfe aber weder den hoch verschuldeten Staaten, da die Anreizfunktion für solide Finanzen verloren gehe, noch der EZB selbst. „Denn dies schwächt das Vertrauen in die Institution“, so Traud abschließend.

"Nicht bange machen"

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „lässt sich die deutsche Wirtschaft nicht bange machen. Selbst die lauten Töne des neuen US-Präsidenten können die Ausblicke der deutschen Unternehmen nicht nachhaltig eintrüben.“ Solange die deutsche Volkswirtschaft in den Verbund des europäischen Binnenmarktes eingebettet sei, könnten protektionistische Drohungen aus den USA nicht schrecken. Denn die US-Administration wisse, dass Gegenmaßnahmen der Europäischen Union die US-Wirtschaft empfindlich treffen könnten. „Das Drohpotenzial Europas ist wesentlich höher als das jedes einzelnen europäischen Landes allein“, sagte Kater am Freitag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Der Teilindex stieg im Januar auf ein 33-Monatshoch. Aufgrund der starken Nachfrage weiteten mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer ihre Produktion gegenüber dem Vormonat aus. Bereits seit Mitte 2016 notiert der Teilindex auf hohem Niveau und kennzeichnet damit kräftiges Produktionswachstum.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten sowohl Global Player als auch KMU das höchste Plus seit drei Jahren. Vor allem im Automobilsektor zog die Nachfrage an. Laut Umfrageteilnehmer trug besonders die Einführung neuer Produkte in den jeweiligen Sektoren zum Auftragszuwachs bei. Die Investitionsgüterhersteller hatten insgesamt die Nase vorn, doch auch im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich legte der Ordereingang zu.

Der Zuwachs bei den Exportbestellungen fiel wieder stärker aus als in den drei Vormonaten. Vor allem aus China, Russland und der Europäischen Union seien besonders zahlreiche Neuaufträge eingegangen, so die Befragten. Am höchsten fiel das Plus auch hier im Investitionsgüterbereich aus.

Beschäftigung: Vor dem Hintergrund der anhaltend starken Nachfrage sahen sich die Unternehmen veranlasst, die Personalkapazitäten kräftig aufzustocken. Folglich fiel der Stellenaufbau so stark aus wie seit nahezu fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Zu Neueinstellungen kam es bei über 17 Prozent der befragten Unternehmen, und zwar hauptsächlich im Investitionsgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Infolge der Verteuerung von Rohstoffen, darunter Stahl und Öl, sowie von Energie beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise im Januar nochmals. Der entsprechende saisonbereinigte Teilindex kletterte auf den höchsten Wert seit Mai 2011.

Die fünfte Erhöhung der Verkaufspreise in Folge fiel so kräftig aus wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Verantwortlich für die deutliche Anhebung waren den Einkaufsmanagern zufolge die höheren Rohstoffpreise. Am kräftigsten stiegen die Kosten im Vorleistungsgüterbereich.

BME