Konjunktur, Industrie, Auftragseingang

Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Dezember stärker als erwartet gewesen. - Bild: Pixabay

Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg von nur 0,8 Prozent prognostiziert. Den Rückgang im Vormonat revidierten die Statistiker auf 3,6 Prozent, nachdem sie vorläufig ein Minus von 2,5 Prozent gemeldet hatten.

Das Niveau des Vorjahresmonats überstiegen die Bestellungen arbeitstäglich bereinigt um 8,1 (November: 2,0) Prozent. Das Volumen an Großaufträgen war nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) deutlich überdurchschnittlich.

Die Auftragseingänge aus dem Inland nahmen im Dezember um 6,7 (Vormonat: minus 2,8) Prozent zu und die aus dem Ausland um 3,9 (minus 4,2) Prozent. Die Auftragseingänge aus dem Euroraum erhöhten sich um 10,0 (minus 2,2) Prozent. Die Nachfrage nach Investitionsgütern stieg um 9,7 (minus 6,8) Prozent, während die nach Vorleistungsgütern um 0,6 (plus 0,9) Prozent und die nach Konsumgütern um 1,8 (plus 2,1) Prozent sank.

Im vierten Quartal stiegen die Auftragseingänge um 4,3 Prozent. Laut BMWi deutet das auf eine weitere Belebung der Industriekonjunktur im Winterhalbjahr hin.

Produtionszahlen mit Spannung erwartet

Interessant mit Blick auf die Entwicklung des deutschen BIP dürften am morgigen Dienstag unterdessen die Produktionsdaten für Dezember werden. Volkswirte erwarten einen Zuwachs von 0,4 Prozent, nachdem es im November zu einem Anstieg von ebenfalls 0,4 Prozent gekommen war. Selbst im Falle einer stagnierenden Produktion käme für das vierte Quartal insgesamt immer noch ein Anstieg von 0,8 (drittes Quartal: 0,3) Prozent zustande.

Der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,9 Prozent gesunken. Das erhöht das Risiko, dass auch die Produktion im produzierenden Sektor zurückgegangen ist, denn die monatliche Tendenz von Umsatz und Produktion stimmt in der Regel überein. Auch der unerwartet deutliche Anstieg der Auftragseingänge um 5,2 (Prognose: 0,8) Prozent, spricht nicht zwangsläufig für eine höhere Produktion, weil der Anteil an Großaufträgen sehr hoch war. Diese werden nicht unmittelbar produktionswirksam.