Entschleunigtes Wachstum für die deutsche und europäische Industrie.

Entschleunigtes Wachstum für die deutsche und europäische Industrie.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der deutschen Industrie sank auf 52,5 Punkte von 53,3 im Vormonat, wie das Markit-Institut bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Schon im Zuge des ersten Ausweises war ein Indexrückgang auf 52,5 Punkte berichtet worden. Volkswirte hatten im Mittel mit einer Bestätigung des ersten Ausweises gerechnet. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum. Trotz des leichten Rückgangs fiel der Durchschnittswert für das dritte Quartal 2015 mit 52,5 so gut aus wie seit über einem Jahr nicht mehr.

"Die Detailergebnisse der aktuellen Befragung zeigen, dass die bisherige Einstellungsrate beim Personal den Druck auf die Kapazitäten noch nicht ausgleichen konnte", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Der Auftragsstrom vom In- und Ausland hielt weiter an, was zum stärksten Auftragsrückstau seit mehr als vier Jahren führte. All dies lässt vermuten, dass die Unternehmen zumindest mittelfristig das Produktionsniveau weiter hoch halten werden." Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland.

Die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone ist im September ebenfalls gesunken. Dank moderater Produktions- und Auftragszuwächse blieb die Industrie aber auf einem Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor gab auf 52,0 Punkte nach, wie das Markit-Institut bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Schon bei der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 52,0 Zähler ausgewiesen worden, Volkswirte hatten eine Bestätigung dieses ersten Ausweises erwartet. Im August hatte der Index bei 52,3 Punkte gelegen.

Irland lag im Berichtsmonat an der Spitze und war zusammen mit Österreich das einzige Land, in dem sich das Wachstum des Industriesektors beschleunigte. Frankreich kehrte auf den Wachstumspfad zurück, womit aktuell nur noch Griechenland in der Rezession steckt.

"Angesichts des stärksten Rückgangs der Verkaufspreise seit sieben Monaten und dem rapiden Verfall der Einkaufspreise werden sich die Deflationssorgen wieder verstärken und den Druck auf die EZB erhöhen, aggressiver vorzugehen", kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von rund 3.000 Industrieunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland. Diese Länder repräsentieren etwa 90 Prozent der industriellen Geschäftstätigkeit in der Eurozone.