LONDON (DJ/gk). Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone hat sich im August noch etwas stärker abgeschwächt als zunächst berichtet. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor sank auf 49,0 Punkte von 50,4 im Vormonat, wie der Datendienstleister Markit am Donnerstag bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Volkswirte hatten eine Bestätigung des ersten Ausweises erwartet, bei dem ein Wert von 49,7 Zähler berichtet worden war. Die Industrie des Euroraums ist damit nach Angaben von Markit im August erstmals seit zwei Jahren wieder geschrumpft. Indexstände über 50 Zähler zeigen eine Expansion des Sektors an, Stände darunter eine Kontraktion.

Im August lagen die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes lediglich in Deutschland, den Niederlanden und Österreich noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dabei sank auch der deutsche Industrie-PMI unerwartet kräftig. Er lag der zweiten Veröffentlichung zufolge nur noch bei 50,9 Zählern nach 52,0 Punkten im Vormonat. Im ersten Ausweis war noch ein unveränderter Stand von 52 Zählern berichtet worden. In Frankreich fiel der Index auf 49,1 Punkte von 50,5 im Vormonat.

Markit-Chefökonom Chris Williamson sagte: “Der seit Oktober 2009 andauernde Aufschwung der Eurozone-Industrie hat im August ein abruptes Ende gefunden.” Alle von den Umfragen erfassten Länder hätten entweder Stagnation oder Wachstumsrückgänge gemeldet. Mit den ersten Produktionseinbußen seit Juli 2009 fiel auch der Jobaufbau so schwach aus wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Als besonders besorgniserregend bezeichnete Williamson die Tatsache, dass Deutschland bei den Exportneuaufträgen im August Schlusslicht war. Dies sei ein Schocksignal für die Eurozone, da damit der wichtigste Wachstumsmotor innerhalb des Euroraums ausfalle. Damit steigt seinen Worten zufolge das Risiko, dass die Eurozone in der zweiten Jahreshälfte 2011 in die Rezession abgleiten könnte.