MÜNCHEN (gk). Nach den Ergebnissen des aktuellen ifo-Investitionstests hat das westdeutsche verarbeitende Gewerbe im Jahr 2009 deutlich weniger investiert als 2008. Ein Investitionsvolumen in Höhe von 38,1 Mrd Euro bedeutet, dass die Industrieunternehmen ihre Investitionen in neue Bauten und Ausrüstungsgüter im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr (nominal und real) um ein Viertel eingeschränkt haben. Nur im Jahr 1993 war im westdeutschen verarbeitenden Gewerbe ein annähernd starker Rückgang (nominal 20% und real 21%) zu verzeichnen. Allerdings waren damals die Investitionen in den Jahren vor 1993 wiedervereinigungsbedingt besonders stark gestiegen.

In diesem Jahr ist bei den westdeutschen Industrie-Investitionen mit einem leichten Anstieg zu rechnen. Nach dem derzeitigen Planungsstand der befragten Unternehmen werden sie 2010 nominal und real um rund 4% über dem Niveau von 2009  liegen. Als Investitionsmotiv werden Erweiterungen am häufigsten genannt.

Das ifo Institut erhebt mit seiner Unternehmensbefragung “ifo Investitionstes” zweimal jährlich Daten zur Investitionsentwicklung im verarbeitenden Gewerbe. An der diesjährigen Haupterhebung, die wie üblich in den Monaten März bis Juni stattfand, haben sich fast 1900 Unternehmen beteiligt; auf sie entfallen über die Hälfte (51%) der Investitionen im verarbeitenden Gewerbe Westdeutschlands. Erfasst wurden neben der Investitionsentwicklung im vergangenen Jahr auch die Investitionsplanung für 2010 und die Zielsetzung der Investitionstätigkeit.