Arbeitskosten, EU-Vergleich, Statistisches Bundesamt

Im EU-Vergleich der Arbeitskosten lag Deutschland auf Platz 7 mit Kosten von durchschnittlich 33,40 Euro pro Arbeitsstunde. - Bild: Pixabay

Deutsche Arbeitgeber aus Industrie und Dienstleistung bezahlten im Jahr 2016 durchschnittlich 33,40 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Wie Destatis mitteilte, lag das Niveau der Arbeitskosten in Deutschland damit innerhalb der EU auf Rang sieben.

Im Vergleich beispielsweise zum Nachbarland Frankreich mit 36,30 Euro waren es aber knapp 8 Prozent weniger. Dänemark hatte mit 43,40 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 4,40 Euro die niedrigsten.

Im verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2016 durchschnittlich 38,70 Euro. Hier lag Deutschland im EU-Vergleich auf Rang vier.

Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 47 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (26,40 Euro) und kostete knapp 3 Prozent mehr als in Frankreich (37,60 Euro). Bei den marktbestimmten Dienstleistungen lag Deutschland mit Arbeitskosten von 30,50 Euro pro Arbeitsstunde europaweit auf dem neunten Platz (19 Prozent über dem EU-Durchschnitt und 16 Prozent unter dem Wert für Frankreich).

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2016 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in Branchen des produzierenden Gewerbes und der wirtschaftlichen Dienstleistungen auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro.

Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 14. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (49 Euro), Frankreich (47 Euro) und Belgien (44 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt, in Malta (9 Euro) die niedrigsten.

Deutschland bei Abgabenlast in Spitzengruppe

Bei der Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben gehört Deutschland im OECD-Vergleich weiterhin zu den Spitzenreitern. Einzig in Belgien ist die Steuer- und Abgabenlast für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener noch höher. Dies geht aus einer OECD-Studie hervor.

Auch bei allen anderen untersuchten Haushaltstypen liegt die Belastung in Deutschland über dem OECD-Durchschnitt. Dies liegt vor allem an den vergleichsweise hohen Sozialabgaben, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden.

Im OECD-Schnitt lag die Steuer- und Abgabenlast für alleinstehende Durchschnittsverdiener 2016 bei 36 Prozent, in Deutschland bei 49,4 Prozent.

"Die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben ist im OECD-Raum erneut leicht gesunken. Allerdings ist dieser Trend vor allem das Resultat von Reformanstrengungen in einigen wenigen Ländern", sagte Pascal Saint-Amans, OECD-Direktor für Steuerpolitik und Steuerverwaltung. "Steuersenkungen können vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen Arbeitsanreize schaffen und sind so ein wichtiger Motor für ein inklusives Wachstum."

In fast allen OECD-Ländern werden Familien mit Kindern steuerlich gefördert. In Deutschland ist diese Förderung, bedingt durch Ehegattensplitting und beitragsfreie Mitversicherung von nicht-erwerbstätigen Ehepartnern, gerade bei Familien mit nur einem Erwerbstätigen besonders ausgeprägt.