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Das IW Köln erwartet für 2017 ein Wachstum von nur rund einem Prozent. - Bild: IW Köln

"Gerade für Deutschland als exportorientiertes Land wäre ein protektionistischer und isolationistischer Kurs der USA mittel- und langfristig ein Wachstumsrisiko", erklärte das IW Köln in seiner Herbstprognose am Dienstag.

Der Brexit macht den Experten ebenfalls Sorgen. "Auch wenn die direkten Auswirkungen für die meisten EU-Mitglieder kurzfristig überschaubar bleiben dürften, gefährdet der Austritt des Vereinigten Königreichs die Stabilität der EU und das Vertrauen in die Union", heißt es beim IW-Köln. Hinzu kämen die nicht abgeschlossene Staatsschuldenkrise im Süden des Euroraums, die Reformnotwendigkeiten Frankreichs und die Schwierigkeiten im italienischen Bankensystem.

Trotz der höheren Unsicherheiten sind die Produktionserwartungen der Firmen für 2016 und 2017 jedoch nahezu gleich. Knapp 39 Prozent der rund 2.900 vom IW Köln befragten Unternehmen gehen demnach von einer steigenden Produktion im kommenden Jahr aus, nur knapp 13 Prozent erwarten einen Rückgang für ihren Betrieb. Fast die Hälfte rechnet mit einer Stagnation. Besonders optimistisch sind Industriefirmen mit 43 Prozent, Dienstleister kommen nur auf 36 Prozent und das Baugewerbe nur auf gut 28 Prozent.

Zum Vergleich: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sagt derzeit eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes 2017 um 2,1 Prozent vorher. Die Bundesregierung geht von 1,4 Prozent Wachstum fürs kommende Jahr aus (kalenderbereinigt 1,6 Prozent).